Entwicklungssprünge

Zur Zeit beobachte ich bei all meinen Kindern ganz enorme Entwicklungssprünge – jeder auf seiner ganz eigenen Ebene und es ist wunderschön, sie dabei zu beobachten. Der grad-noch-5-jährige kriegt nicht genug von Buchstaben, Wörtern und Zahlen und fragt sich, wie Lesen funktioniert, der grad-noch-2-jährige beendet scheinbar seine äußerst intensive Autonomiephase (*SchweißvonderStirnwisch*) und beginnt, seine Gefühle in klare und deutliche Worte zu fassen und hat nebenbei einen RIESIGEN Sprung bei seinen Malkünsten gemacht. Und der Babybub ist ganz intensiv damit beschäftigt, weiterzukommen – von der Mobilität her genau wie beim Essen. Zucchiniauflauf1Unverdrossen übt er am Vierfüßler und wird von Tag zu Tag mobiler und nebenbei stauene ich bei jeder Mahlzeit, wie viel geschickter er im Vergleich zum letzten Mal geworden ist. Wie sehr er schon aussucht, was er mag und was nicht so. Und wie gezielt er dann nach dem greift, was er essen will. Und auch wie sehr er sich ärgert, wenn er es nicht zu fassen kriegt. Neulich passiert bei den Kartoffeln, die mit und auch ohne Schale einfach nicht in seiner Hand bleiben wollten. Umso größer war der Erfolg dann bei den Melanzani – davon konnten es dann gar nicht genug sein. Besonders gut greifen kann er in Scheiben geschnittenes Gemüse, das funktioniert sogar besser, als wenn es länglich geschnitten ist. Wir hatten die Melanzani als Auflauf mit Zucchini und Tomaten, man kann sie aber auch einfach so in Scheiben schneiden und anbraten oder in Teig ausbacken. Zucchini mag der Babybub ja nicht so, ich glaub, die schmecken einfach zu fad. Die Großen mögen’s nämlich auch nicht. Gurken hingegen schon.

20160830_122233Auch sonst hatten wir einige Neuigkeiten die letzten Tage auf dem Speiseplan: Himbeeren (im Ganzen; zergatscht), Feigen (geviertelt; auch zergatscht), Zwetschgen (halbiert und entkernt; ausgelutscht und dann zergatscht), Birnen (geachtelt; hingebungsvoll ausgezutzelt), Nudeln (Fusilli und Farfalle; ein Highlight) und Nudeln mit Tomatensauce…ja und dann war da noch das Maisstangerlmassaker. Die waren eigentlich gar nicht für den Babybub gedacht, denn wir hatten gestern Kinderbesuch und da hab ich sie zum allgemeinen Verzehr besorgt, dann aber samt Babybub auf der Picknickdecke im Garten liegen gelassen und als ich zurück kam…ja, seht selbst.

Maisstangerl

Zum Glück hatte ich die ungesalzenen besorgt, da war es mir dann eh wurscht. Maisstangerl gehen halt immer. Die mögen quasi alle Kinder. Ungesalzene habe ich übrigens beim Hofer gefunden. Morgen möchte ich für Zwischendurch Dinkelstangerl backen, die friere ich dann immer ein und taue sie portionsweise auf zum Mitnehmen, wenn wir unterwegs sind. Die Workshopteilnehmer vom Freitag dürfen die dann übrigens kosten. 🙂

 

Eure Mariella

 

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REZEPT: Mais-Curry

Heute gibt es, weil ich auch darum gebeten wurde, mal ausnahmsweise ein Rezept. Und zwar haben wir das am Samstag gekocht. Babybub war anfangs skeptisch und hatte zu Beginn Schwierigkeiten, die etwas rutschigen Mais Scheiben in den Händen zu halten. Wir haben sie ihm dann halbiert, da ging es dann besser.

Mais-Curry mit Kurkuma

Maiscurry

  • 4 Maiskolben
  • 3EL Ghee
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 400ml Kokosmilch
  • 1TL Kurkuma
  • 1TL gemahlener Koriander
  • 1TL Curry

Die Maiskolben in Scheiben schneiden. Zwiebel und Knoblauch klein schneiden und in Ghee anbraten, bis sie weich werden. Die Maisscheiben mitbraten und dann mit Kurkuma, Koriander und Curry stauben. Mit Kokosmilch und etwas Wasser angießen, aufkochen lassen und ca. 20 Minuten zugedeckt bei geringer Hitze kochen.

Mit Reis servieren.

Maiscurry Babybub

 

Viel Spaß beim Nachkochen!

Eure Mariella.

 

Edit: ich hatte gerade so ein Gefühl, dass ich das Thema Angst vor Verschlucken hier vielleicht kurz ansprechen sollte. Gerade bei Beikostanfängern sollte der Mais natürlich schon recht weich gekocht sein, harte Maiskörner sind nicht so ideal, weil alles was klein und hart ist leicht eingeatmet werden kann. In unserem Fall war es so, dass er übers Ablutschen eh nicht hinausgekommen ist, weil er das mit dem Beißen noch nicht so heraußen hat. Wenn die Babys soweit sind, dass sie richtig abbeißen können, dann sind sie auch so weit, auszuprobieren, was sie mit dem abgebissenen Stück Essen anfangen. Wichtig ist, dem Baby wirklich die Kontrolle über Essen zu überlassen. Das beginnt schon beim Griff zum Essen – also nichts in die Hand drücken, sondern das Baby wirklich selbst zufassen lassen. Selbst zum Mund führen lassen, selbst halten lassen, das Baby aufrecht halten. (genau damit befassen wir uns auch beim Workshop – oh, übrigens! Demnächst auch in Wien! 🙂 )

unregelmäßige Tagesabläufe und wie das mit dem Eisen ist

Wir haben so ein tolles Wochenende hinter uns. Wir waren am Neusiedlersee baden, gut essen, haben ein bisschen am Haus weitergearbeitet, Freunde besucht, wir haben vdb live gesehen (yeah!) und sind gestern bis tief in die Nacht noch in Wien durch den 1. Bezirk spaziert. Ich liebe und genieße es, wenn wir solch besondere Kindheitserinnerungen kreieren, wenn wir aus unserer Norm ausbrechen und den Kindern unvergesslichee Tage, Abende und leuchtende Kinderaugen bescheren.

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Wenn man viel unterwegs ist, kommt grade zu Anfang die Beikost oftmals etwas zu kurz. Die sonst regelmäßigen Mahlzeiten fehlen, das geregelte Gefuge fällt aus dem Rahmen, gegessen wird irgendwie irgendwo zwischendurch – und auch nicht unbedingt das ausgewogene Bioessen von daheim. Gestern zum Beispiel Hotdogs vom Würstelstand beim Parlament um 21:30 Uhr und da hat der Babybub schon tief und fest in der Tragehilfe gemützelt. (Dafür gab es aber nachmittags bei unseren Freunden extra Paprika und Gurke für den Babybub, damit er mitessen konnte. Und wie hat er es genossen!)

Das Feine ist ja aber, dass wir uns keine Sorgen machen müssen, wenn er mal eine Mahlzeit verschläft. Er bekommt durchs Stillen (btw das gilt auch fürs Flascherl, ich erwähne das nur deshalb so selten, weil ich selber nie ein Flascherl gegeben hab und es mir daher fern ist. BLW kann man aber genau so gut machen, wenn das Baby nicht gestillt wird. In dem Fall würde Pre die Muttermilch am Ehesten ersetzen) ohnehin weiterhin alles, was er braucht. Nein, die Muttermilch verliert nicht zum 6-Monats-Stichtag plötzlich ihre Nährwerte, auch wenn mir bewusst ist, dass es viele Kinderärzte gibt, die mehr oder weniger genau das behaupten und so – gänzlich unbegründet – Ängste und Sorgen bei den Eltern schüren. Das liegt zum größten Teil daran, dass Firmen wie Hipp, Milupa oder Alete kostenlose Schulungen für Kinderärzte zum Thema Säuglingsernährung anbieten, während produktunabhängige Fortbildungen von Stillverbänden und -instituten mit teils hohen Kosten verbunden sind. Und natürlich möchte eine Firma xy ihre Gläschenkost oder Pulvermilch möglichst früh an das Kind bringen. Auch der viel gefürchtete Eisenmangel bei Babys, die nur langsam beginnen Beikost zu essen oder lange noch gar nichts essen wollen und lieber noch länger stillen, tritt in Wahrheit nur sehr selten auf. Zwar hat die Muttermilch einen relativ geringen Eisengehalt, jedoch kann das Eisen aus der Muttermilch vom Baby viel besser verwertet werden (bis zu 75% Resorption) als Eisen aus anderen Nahrungsmitteln (ca. 5-10% Resorption). (siehe auch hier und hier)

Also ihr lieben Mütter da draußen, macht euch keine Sorgen: euer Körper ist dafür gemacht, euer Baby zu ernähren und ein Kind profitiert von jedem Tag, den ihr es stillt. Auch weit über die Beikosteinführungsphase hinaus ist das Stillen für das Kind eine gesunde Ergänzung zum Essen. Genießt diese wunderbare Zeit!

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Eure Mariella

Feuertaufe – Restaurantbesuch

Gestern war ich ziemlich kreativ. Im Kühlschrank befand sich noch ein hartes Ei von neulich und ich dachte, es wäre eine gute Idee, den Babybub probieren zu lassen. Super in der Theorie.

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1 Minute später:

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Das nächste Mal vielleicht ohne Dotter. Oder ohne Gewand.

Auch mit Himbeeren lief es nicht viel besser. Erfolgreicher war es dann am Nachmittag mit einem Stück Pfirsich. Zum Einen hat’s ihm wahnsinnig gut geschmeckt, zum Anderen konnte er das Stück gut halten, zum Mund führen und dort mit den Kauleisten bearbeiten. Auch wenn’s ein mickriger Ersatz fürs Eis vom Mann war, bei dem ihm fast die Äuglein rausgefallen sind.

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Ganz überraschend gab es bei uns gestern das erste Mal Essen im Restaurant für den Babybub.

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Ins Restaurant mit Kindern essen gehen ist immer spannend. Wobei die zwei Großen inzwischen eh wirklich schon in einem Alter sind, wo’s gut geht, ganz besonders wenn’s dann auch noch a) Pommes gibt und b) ein riesigen Spielplatz im Restaurant. Beides vorgefunden haben wir beim Griechen in Katzelsdorf.

So ganz wussten wir nicht, wie wir mit dem Babybub im Restaurant tun sollen, er ist ja schon noch sehr klein und da fallen einige Sachen, die ich im Restaurant für größere Babys okay finde, für mich noch weg. Aber die Bedenken waren umsonst.

Auf der Vorspeisenplatte befanden sich rohe, unmarinierte Gurkenscheiben und Tomatenviertel, dazu gab’s trockenes Weißbrot und all das konnte der Babybub haben. Er war im Pardies. Sein erstes Brot! Erst war er ob der bröselig trockenen Konsistenz überrascht und es landete wohl mehr in seinem Mund, als er beabsichtigt hatte, nach kurzer Erholungsphase stürzte er sich aber erneut ins Vergnügen.

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Tipps für den Restaurantbesuch

  • den Tisch babysicher machen:

Das bedeutet in erster Linie: weg mit dem Tischtuch! Tischtücher werden mit Vorliebe von Babyhänden erfasst und vom Tisch gezogen. Weg auch mit allem, was sonst noch in Babynähe ist und leicht zu Bruch gehen kann oder sonst für unnötige Sauerei sorgt. Salz/Pfefferstreuer zum Beispiel.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das niemanden stört. Sollte der Tisch besonders reichlich gedeckt sein und ist das Entfernen der Tischdecke nicht so leicht möglich, kann man sie auch einfach nur an der Seite, wo das Baby essen wird, wegklappen.

  • Essen auswählen

Fast immer findet sich in den Speisekarten der Restaurants IRGENDWAS, das das Baby essen kann.

Ganz oft sind das die dekorativen Beilagen, die gar nicht Teil des Gerichts sind und automatisch mitserviert werden. Sogar beim Schnitzel liegen oft ein Stück Gurke und/oder Tomate auf dem Teller.

Alternativ kann auch einer der Erwachsenen etwas bestellen, das mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas babytaugliches beinhaltet. Zum Beispiel Nudelgerichte (nicht unbedingt Spaghetti, aber Fussili oder Penne eigenen sich da hervorragend), Salate, Kartoffelgerichte oder Kartoffeln als Beilagen, Gegrilltes, Gemüsegerichte, Speisen mit Brot… Meistens ist es sogar möglich, ein Gericht ungesalzen zu bekommen, wenn man danach fragt.

Es ist auch eine Option, den Kellner gezielt nach z.B. etwas rohem Gemüse zu fragen! Das sollte wohl kein Restaurant in große Schwierigkeiten bringen.

Wenn die Baby etwas älter sind, spricht ja auch nichts dagegen, mal ausnahmsweise Pommes Frites zu essen, sollte sich sonst wirklich gar nichts finden. Fast jedes Restaurant hat Pommes Frites (sogar die asiatischen!) und da ist es gar kein Problem, sie ungesalzen zu bestellen.

  • das Baby essen lassen

Wir waren in den letzten Jahren schon oft mit unseren Kindern essen, als sie noch Babys waren und wir haben sie überall genau wie auch zuhause essen lassen. Niemand hat etwas gesagt oder auch nur die Nase gerümpft, wobei als besonders kinderfreundlich die italienischen und griechischen Restaurants herausgestochen sind. Ich lasse das Baby essen und mache am Schluss dann sauber. Heißt, ich wische die zermatschten, zergatschten Essensreste mit den Servietten vom Tisch und hebe rundherum auf, was zu Boden gefallen ist/geworfen wurde. So gab es in all den Jahren noch nie ein Problem damit, dass unsere Babys mitgegessen haben.


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Eure Mariella.

bedürfnisorientierte Beikost

Gestern gab’s bei uns Potatoe Wedges.

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Lieben die Kinder, geht super für BLW Babys, kaum Arbeit, relativ wenig Dreck. In anderen Worten: ein Elterntraum!

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Irgendwie war unser gestriger Tag aber so unstrukturiert, so durcheinander…wir waren morgens beim Biobauernmarkt (http://www.biohortus.at/) da gab’s aber nicht alles, am Weg zum Supermarkt ist mir der Babybub dann eingeschlafen und weil ich ihn davor schon zwei Mal wecken musste (ja, das ist leider so jenseits des Erstkindes – würde man beim ersten Baby ja niemals machen und muss man beim dritten Kind irgendwie ständig tun), hab ich beschlossen, ihn schlafen zu lassen und nicht mehr weiter einzukaufen. Einkauf also auf heute verschoben. Und dafür den gestrigen Vormittag/Mittag/Frühnachmittag recht unproduktiv zuhause verplempert. Dann noch zu einer Freundin geradelt und als wir dann heimgekommen sind, haben der Mann und ich das Abendessen gerichtet und ich hatte einfach ganz übersehen, dass der Babybub einerseits hungrig und andererseits müde war.

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So richtig gemerkt hab ich es eigentlich sogar erst dann, als wir uns zum Tisch gesetzt haben. Ein hungriges, müdes Baby mag nämlich nicht mit Essen experimentieren. Statt freudvoll seine Kartoffelspalten zu erkunden, hat er sie zerdrückt und lustlos zu Boden geworfen. Ich hab sie aufgehoben, er hat sie wieder hinuntergeworfen. Und da ist es mir dann aufgefallen: ich hatte ihn einerseits schon länger nicht mehr gestillt und andererseits hatte er auch viel zu wenig geschlafen! Also gestern statt Beikosterlebnis dem Kind den Busen gegeben und ihn dann vom Mann in den Schlaf tragen lassen. Macht ja nix. Das ist ja auch das Feine an BLW, dass mich sowas in keinster Weise zu stressen braucht. Es gibt kein vorgegebenes Tempo, in dem er Stillmahlzeiten ersetzt oder Breimahlzeiten eingeführt haben sollte. Wir machen es so, wie es kommt. Es läuft von allein, bedürfnisorientiert, situationsabhängig. Mal so, mal so. Muttermilch ist ohnehin noch lange Zeit seine Hauptnahrungsquelle und versorgt das Baby weiterhin mit allem, was es braucht. Was noch zusätzlich gegessen wird, ist ein Bonus. Es heißt BEIkost und nicht ANSTATTkost. Mit zunehmender Reife beginnen die Kinder eh von alleine mehr zu essen und weniger zu stillen.

Jedenfalls war unserer gestriger Tag beikosttechnisch jetzt nicht so wahnsinnig aufregend. Den müden Babybub haben wir vom Tiefschlaf in der Tragehilfe dann direkt ins Bett befördert. Und erst heute wurde wieder gegessen. Davon erzähl ich euch aber morgen.

Eure Mariella.

Lerneffekte – vom Frühstück bis zum Linsen Dal

Der Tag beginnt bei uns meistens mit einem eher weniger kreativen Frühstück.  Als ich mit meinem ersten Sohn schwanger war, musste ich mir das Frühstücken (statt der morgendlichen Zigarette zum Kaffee…) regelrecht anlernen, aber als er dann da war, hatte ich morgens erst wieder keine Zeit und Ruhe mehr zum Frühstücken. Erst als er dann angefangen hat, mit uns mitzuessen, habe ich die Muße wieder gefunden, mich zum Frühstück mit ihm hinzusetzen und zu essen.

Ein Sternekoch zur frühen Stunde wird aus mir aber trotzdem nicht mehr. Nein, ich mag um 6 Uhr Früh keine veganen Heidelbeerbuchweizenpfannküchlein backen und auch keine Reisflocken aufkochen…wobei jetzt grad auf den zweiten Blick Heidelbeerbuchweizenpfannküchlein ur super klingen. Na ja. Für gewöhnlich fällt das Frühstück hier schlicht aus. Vollkorntoast mit Belag nach Wunsch, dazu rohes Gemüse. Da meistens Karotten, Gurken, Tomaten, Radieschen, Kohlrabi…je nach Saison und Laune. Manchmal wünschen die Kinder sich Eierspeis, das mach ich dann natürlich schon. Heut war das so. Dann hat’s ihnen nicht geschmeckt und ich hab die ganze Eierspeis allein gegessen. Der Babybub hat sich an unser Frühstück schon gewöhnt und weiß, wie der Hase rennt. Beim Zubereiten hab ich ihn meistens im Sling, da hat er sich heute schon stark Richtung Küchenarbeitsplatte gelehnt und ich musste ihm sogar schon während den Vorbereitungen ein Stück Zucchini in die Hand drücken, damit er mich weitermachen lässt. Geht ja zum Glück im Sling ganz gut, dass er an was nagt: er ist aufrecht und bei mir und ich seh ihn. Kaum zu Tisch hat er sich dann gleich seinen Anteil gesichert.

alles meins

Nein, im Ernst jetzt, er ist sowas von geschickt geworden in den wenigen Tagen, seit er mitisst! Wenn ich seine Handgriffe mit denen vor einer Woche vergleiche, dann sitzt hier schon ein Vollprofi auf meinem Schoß. Er weiß schon genau, wie er die Gurke nehmen muss, damit sie nicht ständig aus seinen Fingern flutscht, auch die Tomate hat er wirklich geschickt in die Hand genommen, dann aber doch wieder fallen gelassen. Gestern nachmittag im Garten hatte ich ihn auf die Picknickdecke gelegt und etwas entfernt von ihm eine Schüssel mit geschnittenen Äpfeln für die Großen hingestellt. Kurz nicht hingeschaut, schon hatte er sich zur Schüssel oder die Schüssel zu sich gezogen und blitzschnell und gekonnt einen Apfelschnitz für sich rausgefischt.

Auch mit der Banane ging es gestern schon weitaus besser als am Tag davor! Schon beim ersten Anblick war er ganz aufgeregt und konnte es kaum erwarten, sie zu ergreifen. Es ist so spannend, wenn man sieht, wie er die Dinge schon erkennt, schon kennt, voller Vorfreude sich auf sie stürzt, ungeduldig ergreift und gierig zum Mund führt. Ich hab ja schon mal erwähnt, dass ich die Banane ein bisschen präpariere. Sie einem so kleinen Baby ungeschält in die Hand zu drücken geht nicht, da zermatscht sie sofort. Halb geschält mit herabhängender Schale geht auch nicht, weil sie die Banane so nicht gut greifen können, da wird dann meist mehr Schale als Banane gelutsch. Daher habe ich mich schon bei K damals für diese Variante entschieden.

Banane präpariert

Klappt auch ganz gut.

Banane

Grad bei Bananen find ich es aber besonders wichtig, biologische zu nehmen, da die Schale unweigerlich auch abgelutscht wird. Bananen wären eigentlich auch eine Frühstücksoption. Bei K hab ich damals Bananen als Aufstrich verwendet. Also Vollkorntoast getoastet und dann zermatschte Banane drauf.

Abends gab es dann ein Linsen Dal mit Brokkoli. Ich find Brokkoli so fein für die ganz Kleinen, der zermatscht nicht so schnell beim Kochen und er ist wirklich gut zu greifen, auch wenn die Fingerchen noch nicht so geschickt sind. Das Dal hat ihm wahnsinnig gut geschmeckt. Ein bisserl eine Sauerei war’s halt.

linsendal

 

Ging dann aber recht flott zum Wegputzen. Und den Babybub haben wir einfach abgewaschen. Gescheiter wäre es freilich gewesen, ihn gleich nackt essen zu lassen, bietet sich bei dem Wetter auch an, aber ich hab davor nicht dran gedacht. Zum Linsen Dal dazu gab’s dann noch Reis (oder andersrum: für die zwei Großen gab’s nur Reis, die verweigern mir nämlich beharrlich meine Dals), der war für den Babybub ja nicht gedacht, aber so schnell konnte ich gar nicht schauen, hatte er schon eine Handvoll Reis von meinem Teller stibitzt und sich in den Mund geschoben. Fällt den Kleinen ja gleich auf, wenn’s da was gibt, was sie nicht auch vor sich liegen haben. Reis ist mit Kindern zwar praktisch, weil ihn quasi jedes Kind gern isst, aber so wahnsinnig undankbar zum Wegputzen. Klebt am Boden, rollt sich ein und verschmiert sich beim Wegwischen, findet man Tage noch später in den Ecken vom Tripp Trapp. Bei einem pflegeleichten Boden kann man ihn ja eintrocknen lassen und dann einfach wegsaugen am nächsten Tag. Aber unser Boden ist nicht pflegeleicht. Leider. Aber für extra Bodenschutz zum Essen bin ich wiederum zu faul. Den jedes Mal her und dann wieder wegräumen, das ist mir zu blöd. Deshalb kriech ich nach den Reismassakern jedes Mal eine halbe Stunde unterm Tisch herum und klaube Körnchen für Körnchen wieder ein. Sofern ich nicht Glück hab und mein Mann das macht. 😉

 

Eure Mariella.

Wochenpläne

Seit 5 Jahren schreibe ich Koch-Wochenpläne. Entstanden ist diese Idee aus einer Not heraus, als wir recht hohe Zahlungen an Finanzamt und Sozialversicherung zum Ende der Selbstständigkeit meines Mannes entrichten mussten und plötzlich weniger Geld als gewohnt für den Alltag zur Verfügung hatten. Da war K etwa 8 Monate alt und ich wollte unbedingt weiterhin einen Biohaushalt führen und vor allem für ihn ausschließlich biologisches Essen kochen. Ich fing also an, nicht mehr jeden zweiten Tag ein „bisschen“ einkaufen zu gehen (und wer das macht, der weiß, es bleibt ja nie bei dem „bisschen“, da gehen ständig Sachen mit, die man eigentlich gar nicht unbedingt bräuchte), sondern nach Wochenplänen zu kochen und nur mehr einmal die Woche einzukaufen  und mit einem vorkalkulierten Monatsbudget unseren Haushalt zu bestreiten. Und siehe da: es war so möglich, auch weiterhin bio zu kaufen und dennoch haben sich unsere Ausgaben für Lebensmittel mehr als halbiert.

Praktisch sind solche Wochenpläne außerdem deshalb, weil man sich nicht ständig Gedanken machen braucht, was man morgen kochen soll und außerdem hat man gewöhnlich für das, was man dann kochen will, alles daheim. Also frage ich in regelmäßigen Abständen die Familie, was sie denn in den kommenden Tagen essen wollen, ob es Wünsche gibt, Ideen. Von den Kindern kommen bevorzugt zwei Wünsche:  „Palatschinken!“ und „Pizza mit Pommes!“. Nach Möglichkeit berücksichtige ich zumindest einen dieser Wünsche pro Woche. Dann setze ich mich zum Frühstückskaffee mit ein paar instinktiv aus dem Bücherregal gezogenen Kochbüchern, blättere sie durch und erstelle so unseren nächsten Wochenplan.

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Da der Babybub ja jetzt mitisst, ist ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Speisen, dass etwas für ihn gut Greifbares dabei ist oder dass ich davon zumindest irgendetwas so abwandeln kann, dass es für ihn interessant wird. Der Palatschinkenwunsch des Großkindes wird für die kommende Woche berücksichtigt, wie wir das babytauglich abwandeln, weiß ich aber noch nicht. Seine Fingerfertigkeit ist derzeit noch nicht ausgereift genug, um eine Palatschinke in die Hand zu nehmen.

Praktisch für alles, was man kocht, gibt es eine babytaugliche Lösung. Bei mir schaut das generell so aus, dass ich großzügiger schneide, damit man die Stücke besser in die Hand nehmen kann. Zucker kommt immer erst ganz zum Schluss rein und ebenso mach ich es mit dem Salz. Nudeln wähle ich so, dass sie leicht zu nehmen und zum Mund zu führen sind. Spiralen sind da so Klassiker. Auf diese Art und Weise kann quasi alles ganz leicht abgewandelt werden. 🙂

Eure Mariella.

 

Paella und Toastbrot

Heute war so ca. Tag 5 oder 6 seit Beikoststart. Also eigentlich begonnen hat die Beikostphase ungefähr genau zu Rs Fünfmonatsgeburtstag. Seit seiner Geburt ist er bei den Mahlzeiten bei uns am Tisch. Schlafend, stillen, im Tragetuch, auf dem Schoß. Hauptsache dabei. Und dann, vor 3 Wochen etwa, wurde er immer unruhiger bei Tisch. Er hat begonnen, die Teller rumzuschieben, das Besteck zu fassen, Schüsselchen in seine kleinen Hände zu nehmen und sie abzulutschen. Immer wilder, immer aufgeregert wurde er. Dann tapschten die kleinen Händchen schon auf meinen Teller und versuchten, etwas zu erwischen. Bis es dann so weit war und er sich was geschnappt hat. Was für ein Triumph! Und für uns das Signal für seinen Beikoststart.

Seither darf er bei uns mitessen. Also essen ist das natürlich noch nicht. Es ist eher Spielzeug mit Geschmack, das intensivst abgenuckelt wird. Und er liebt es und ist so neugierig und freut sich so sehr daran. Es ist eine Wonne, ihm zuzuschauen! Und wie er von Mahlzeit zu Mahlzeit geschickter wird. Er ist kaum noch zu halten, wenn ich den Tisch decke und sein Essen vorbereite. Er hüpft im Tragetuch auf und ab, möchte sich schon umdrehen, schon auf meinem Schoß sitzen. Gestützt von mir, angelehnt an meinen Bauch, denn er kann ja noch nicht selbst sitzen.

In meinen Workshops erwähne ich immer wieder, wie wichtig es ist, dem Kind die volle Kontrolle über sein Essen zu überlassen. Das bedeutet, dass man ihm auch nicht hilft, etwas in die Hand zu nehmen. Und das ist gar nicht so leicht für uns Erwachsene. Mir selbst fällt das immer wieder schwer, nicht einzugreifen, es ihm nicht einfach in die Hand zu drücken. Das Stückchen Gurke, das zum siebten Mal aus der Hand flutscht und auf dem Boden landet….nur: beim achten Mal hat er es dann!

Und vieles erübrigt sich anfangs auch von alleine. Bei uns war das heute u.a. Toastbrot (in längliche Stücke geschnitten – sofort in den Fingerchen zerbröselt), Käse (ebenfalls der noch nicht so ausgereiften Motorik zum Opfer gefallen) und Fisolen(gatsch).

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Ach ja, die Banane hab ich vergessen. Es bietet sich an, die Banane übrigens etwas zu präparieren, ich mache sie ein bisschen grifffester, sonst wird das noch lange nix. (ich mache die nächsten Tage mal ein Foto, nachdem wir grad so viele Bananen daheim haben, gibt’s wahrscheinlich morgen eh auch eine) Aber auch so war der Erfolg bislang nur mäßig, wobei er sehr begeistert dran gelutscht und genuckelt hat. Ehe sie gatschig zu Boden gefallen ist. Das alles muss halt geübt werden und dauert. Je öfter er üben kann, umso schneller wird er’s können.

Das Frühstück bestand für uns heute aus Vollkorntoast mit Käse und rohem Gemüse. Alles davon durfte der Babybub auch haben und deshalb gab es das auch. Länglich geschnitten. Gurken, Karotten und ein bisschen Käse machten das Rennen zum Mund, das Toastbrot hat’s, wie oben schon erwähnt, nicht geschafft. Zu Mittag waren wir unterwegs und es gab Wurstsemmeln am Spielplatz und nix außer Busen für den Babybub. Daheim haben wir dann Eis gegessen und er hat eine Banane bekommen. Ein ziemliches Gegatsche, aber das war’s wert. Abends habe ich Paella gekocht, da war irgendwie nicht wirklich was dabei für ihn. Nur die Fisolen, davon habe ich ihm dann auch ein paar herausgeholt und abkühlen lassen, aber sie waren so weich gekocht, dass sie eben in seinen Händen zermatschten. Alternativ hab ich ihm nochmal Gurke aus dem Garten vorbereitet, die mag er wirklich gern.

Die letzten Tage hatte wir mal Brokkoli abends, das geht super für BLW-Kinder. Den kann man gut greifen und zum Mund führen.

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Außerdem gab es Sonntags Pizza, selbstgemacht natürlich, auch da durfte er schon ein Stück kosten (und er hat’s geliebt!). Gestern habe ich ein Rezept aus dem breifrei! Kochbuch ausprobiert, Hühnchen mit Kartoffeln und Zitronen. War hier aber noch nicht so der Renner.

Morgen gibt’s dann den neuen Kochplan für die kommenden Tage.

Eure Mariella.

alles auf Anfang

Im Hintergrund wuseln drei Kinder herum. Sie sind fast 6, fast 3 und fast 6 Monate alt. Sie sind mein Leben, sie sind meine Liebe. Sie erfüllen mich voller Glück und treiben mich in den Wahnsinn. Sind zärtlich, unbändig, wild, laut, rücksichtslos und rücksichtsvoll, berechenbar und unberechenbar, von uns geliebt, frei. Kleine Wunder, die die Welt entdecken.

Alle drei habe ich getragen. Alle drei schlafen in unserem Familienbett. Alle drei habe ich gestillt. Gerne und lang. Und keiner von ihnen hat jemals Brei bekommen. Und genau darum geht es auf diesem Blog. Zum dritten Mal hat vor wenigen Tagen die aufregende Zeit der Beikost bei uns begonnen. Das sind Wochen und Monate des Experimentierens, Lernens, Erfahrens, Entdeckens, begleitet von Neugier und Freude, manchmal auch von Frusts und Verzweiflung. Eine Zeit, in der es auch für mich immer besonders viel von meinem Kind zu lernen gibt. Wie oft er probiert, versucht, scheitert, es wieder versucht, erneut scheitert, zornt, zürnt, es wieder probiert, es schafft. Unermüdlich, zuversichtlich.

Wir machen das zum dritten Mal. Schon bei unserem ersten Sohn war BLW – Baby Led Weaning oder auf deutsch: das vom Baby bestimmte Abstillen unsere Wahl der Beikosteinführung. Ich bin da damals einfach drüber gestolpert und es hat sich sofort richtig angefühlt. Eine Form der Beikostgabe, bei der ich nicht Löffelchen für Löffelchen in mein Kind hineinschaufeln muss, bei der ich nicht die Führung übernehmen muss, sondern mein Kind weiterhin sich selbst entwickeln und entfalten lassen kann – das hörte sich genau recht für uns an. Es war die perfekte Fortsetzung des Stillens nach Bedarf: die Beikosteinführung nach Bedarf.

Und es klappte wunderbar, damals, vor etwas mehr als 5 Jahren. Mit Begeisterung erfühlte, tastete, verschmierte, zerteilte, zerbröselte, verschüttete, kostete und schließlich aß er. Unsere Aufgabe als Eltern beschränkte sich mehr oder weniger auf das Zurverfügungstellen gesunder Nahrung und das Beseitigen des Chaos nach dem Essen. Alles andere ließen wir unseren Sohn alleine machen.

Und weil es so wunderbar war, ihn dabei zu begleiten, haben wir es beim zweiten Sohn wieder so gemacht. Das war dann 2014 und zur selben Zeit habe ich begonnen, Beikostworkshops anzubieten, anderen Eltern von unseren Erfahrungen zu berichten und ihnen die Methode der breifreien Beikost näher zu bringen. Das mache ich bis heute. [und wer mal dabei sein mag, aktuelle Termine findet ihr auf meiner Homepage]

Dieser Blog soll nun unseren jüngsten Sohn bei seinem Beikostweg begleiten. Soll euch da draußen, die auch diesen Weg gehen möchten, Mut machen und Erfahrung liefern.

Ich freue mich auf eure Kommentare und euer Feedback!

 

Eure Mariella.