REZEPT: Polentaschnitten mit Ratatouille

Das erste Mal Polentaschnitten gekocht habe ich 2011, als mein erster Sohn K zu essen begonnen hat. Die Idee stammt aus einem alten Rezeptordner, den ich mir in meiner Schulzeit einmal angelegt hatte, und ich habe das Rezept dann für uns weiterentwickelt. Dazu koche ich gern „fruchtiges“ Gemüse, weil Polenta ja doch meistens eine eher trockene Angelegenheit ist. Die Kinder allerdings essen die Polentaschnitten – wie auch sonst fast alles – mit Ketchup.

Polentaschnitten mit Ratatouille

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  • 160g Polenta (grober Maisgrieß)
  • 400ml Milch
  • 200ml Wasser
  • 3-4 Handvoll Parmesanpolenta1
  • 1-2 Eier
  • Semmelbrösel
  • Öl zum Braten
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 4 Tomaten
  • 1-2 Zucchini (je nach Größe)
  • 1-2 Melanzani (Auberginen; je nach Größe)
  • Oregano
  • Basilikum
  • Rosmarin
  • Thymian

Milch mit Wasser in einem weiten Topf erhitzen, Polenta mit einem Schneebesen einrühren, kurz aufkochen lassen, vom Herd nehmen und eindicken lassen. Nach 5 Minuten den fein geriebenen Parmesan unterheben und weitere 10-15 Minuten ziehen lassen.

051aAuf den Rücken eines Backblechs streichen. Das Backblech muss dazu trocken sein und die Palette, mit der man den Polenta glatt streicht, immer wieder mit Wasser befeuchtet werden, sonst bleibt der Polenta dran kleben. Anschließend vollkommen erkalten lassen.
Diese Arbeitsschritte mach ich gern schon vormittags, wenn ich mal Zeit hab, und stell es dann für den Rest des Tages bis zum Weiterverarbeiten ins Backrohr.

Als nächstes wird der Polenta in Stücke geschnitten.

polenta51-2 Eier verquirlen. Die Polentastücke zuerst in Ei, dann in Brösel wenden und in einer Pfanne auf beiden Seiten herausbacken.

Ich mache immer 2-3 Stücke fürs Baby, dann salze ich das verquirlte Ei und ziehe danach die restlichen Stücke für uns durch. Den Polenta nachträglich salzen geht ja hier schlecht.

 

 

polenta3Fürs Ratatouille Zwiebel und Knoblauch in kleine Würfel schneiden. Tomaten achteln, Zucchini und Melanzani in große Stücke schneiden, sodass sie gut von Babyhänden ergriffen werden können.
Zwiebel und Knoblauch in Öl anbraten, das restliche Gemüse und die Kräuter dazu, rundherum alles anbraten, Hitze reduzieren, Deckel halb drauflegen und bei gelegentlichem Rühren etwa 10 Minuten alles garen.

Gemeinsam mit den Polentaschnitten anrichten.

 

Der Babybub hat ja eine große Liebe zu Melanzani und hat davon erstmal alle „vergenusswurschtelt“…erst viel später kamen dann die Polentaschnitten dran.

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Viel Spaß beim Nachkochen!

Eure Mariella.

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REZEPT: Brokkolilaibchen mit Pommes Frites

Steht da Pommes Frites? Ja! Für ein Beikostbaby? Aber ja!

Ganz oft und regelmäßig gibt es bei uns Pommes Frites. Die Kinder essen’s einfach gern, sie sind einfach und schnell gemacht und sie sind gesund! Ja! Gesund! Wir machen die Pommes ganz einfach selber und mit wenig Fett. Wie das geht könnt ihr ein bisschen weiter unten gleich nachlesen. Und weil es einfach gar keinen Grund gibt, warum ein Baby das nicht essen sollte, gibt’s unsere Pommes Frites natürlich auch für den Babybub.

Zu den Pommes Frites machen wir verschiedene Arten von Laibchen und manchmal auch ganze Burger, mit selbstgebackenen Burgerbrötchen und Salaten dazu. Das einzige Ungesunde daran wäre eigentlich das nicht selbstgemachte Ketchup. Die Burgerbrötchen sind aber schon ein ziemlicher zeitlicher Aufwand, daher gibt’s die relativ selten. Diesmal haben wir Brokkolilaibchen gemacht, das ist ein Rezept von meiner Mutter, das ich, ein bisschen abgewandelt, für uns und fürs Baby gekocht habe.

 

Brokkolilaibchen mit Pommes Frites

  • 300g Couscous
  • (optional: 1EL Suppenwürze ohne Salz)
  • 400ml Wasser
  • 1kg Brokkoli
  • 1 Zwiebel
  • 3 Eier
  • Muskat
  • 1kg Kartoffeln
  • etwas Öl zum Braten und Öl für die Pommes Frites

 

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Couscous mit Suppenwürze verrühren, mit 400ml kochendem Wasser aufgießen und 15 Minuten quellen lassen.

 

 

 

brokkolilaibchen2Den Brokkoli in Röschen teilen. Zwiebel schälen und fein würfeln, in etwas Öl anbraten, Brokkoliröschen hinzugeben, ein wenig Wasser angießen und dann ca. 10 Minuten bei geringer Hitze dünsten. Der Brokkoli sollte so weich werden, dass er zerfällt, sonst hat man zu grobe Stücke in den Laibchen.

 

 

brokkolilaibchen7Zwiebel und Brokkoli mit dem Couscous vermischen, alles abkühlen lassen. 3 Eier dazugeben, mit Muskat würzen und etwas anziehen lassen.
Ich bereite diese Masse oft schon vormittags zu und lass sie dann bis zum Abend stehen, wenn ich koche.

 

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Laibchen formen und in Öl von beiden Seiten braten.
Ich forme zuerst 2-3 Laibchen fürs Baby und salze danach die Masse für uns nach, erst dann forme ich die restlichen Laibchen. Unbedingt drauf achten, dass die Baby-Laibchen irgendwie erkennbar bleiben, damit man man beim Braten noch weiß, welche die ungesalzenen sind.

 

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Für die Pommes Frites die Kartoffeln schälen. Bei mir haben das die zwei Großen gemacht.

 

 

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Die Kartoffeln in Stifte schneiden und in eine Schüssel geben.

2-3 EL Öl zu den Kartoffeln geben und gut durchmischen.

 

 

 

brokkolilaibchen6Pommes Frites auf Backbleche verteilen, bei 220 Grad Heißluft (wenn nicht vorhanden, dann halt Ober- und Unterhitze) ca. 35 Minuten backen, während der Backzeit einmal wenden.
Wer so wie ich mehr Pommes macht und daher auch mehrere Bleche gleichzeit im Rohr hat, sollte beim Wenden der Kartoffeln auch die Position der Bleche austauschen.

 

Am Ende der Backzeit die Pommes Frites in eine Schüssel leeren, fürs Baby welche zur Seite geben, die restlichen salzen und gemeinsam mit den Brokkolilaibchen servieren.

 

Viel Spaß beim Nachkochen!

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Eure Mariella.

Salz

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Es ist mir schon lange ein Anliegen, einen rundum informativen Beitrag über Salz zu verfassen. Ich habe gut zwei Wochen dran geschrieben, viel gelesen, mich mit Ärztinnen und Chemikerinnen ausgetauscht und hier für euch alle wichtigen Infos zum Thema Salz zusammengefasst.

Dass Babybeikost – egal ob püriert, im Gläschen oder eben Fingerfood – nicht gesalzen werden soll, ist, denke ich, allen bekannt. Warum genau man aber auf Salz verzichten soll oder ob man überhaupt muss und wenn ja, wie genau das zu nehmen ist, das wissen dann schon nur mehr Wenige. Dabei ist Salz ein nicht wegzudenkendes Würzmittel in unseren Haushalten, für einen europäischen Erwachsenen sogar kaum vorstellbar, ohne Salz zu leben – nur was genau wissen wir schon davon? Warum brauchen wir Salz überhaupt und wieviel davon ist gesund, wo beginnt Salz ungesund zu werden? Was ist mit den sogenannten „versteckten Salzen“, die in vielen Lebensmitteln einfach schon vorhanden sind? Ich denke da an Käse, Wurst, Schinken, aber auch an fertig gekauftes Brot und Gebäck…. Das sind Lebensmittel, die wir häufig im Alltag verwenden, die oft Teil einer Speise sind und deren Salzgehalt dann natürlich beginnt eine große Rolle zu spielen, wenn das Baby mitisst. Wie viel davon ist also unbedenklich und wann wird es gesundheitsschädlich? Was macht Salz überhaupt in unserem Körper und was passiert, wenn man zu viel davon konsumiert hat?

  • wozu brauchen wir Salz?

Salz ist für den menschlichen Körper lebensnotwendig, er kann es allerdings nicht selbst bilden und deshalb muss es über die Nahrung zugeführt. Ohne Salz wären wir nicht lebensfähig, denn wir brauchen es für den Aufbau der Zellen, für Muskeln, Knochen und um den Wasserhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Der erwachsene Körper hat übrigens einen Salzgehalt von rund 200-300g, der Körper eines Babys nur von ca. 14g.

  • wie viel Salz brauchen wir?

Das Salz, das wir für unseren Körper brauchen, könnten wir problemlos über unsere tägliche Nahrung aufnehmen, ohne zusätzlich zu salzen. Denn wir brauchen relativ wenig davon, etwa 1g/Tag würde für einen durchschnittlichen Erwachsenen in Europa wohl genügen. Die WHO empfiehlt eine Salzzufuhr von maximal 5g/Tag für Erwachsene. Tatsächlich nehmen wir pro Tag aber durchschnittlich 8g Salz zu uns – zu viel und auf Dauer ungesund.
Unter 9 Monaten sollte Babys laut WHO kein Salz zugeführt werden, zwischen 18 und 36 Monaten werden dann 2g/Tag als obere Grenze angegeben (das ist eigentlich schon recht viel, wenn wir bedenken, dass einem ausgewachsenen Menschen 1g/Tag ja reichen würde…).

  • was macht zu viel Salz mit unserem Körper?

Salz bindet Wasser. Zu viel Salz entzieht daher dem Körper Flüssigkeit. Das ist logisch und nachvollziehbar, ich brauche nur eine Scheibe Gurke zu nehmen und sie salzen  – binnen kürzester Zeit werden sich kleine Wasserbläschen an der gesalzenen Fläche der Gurke bilden – Wasser, das das Salz der Gurke entzogen hat. Mehr oder weniger genau so ist das in unserem Körper auch. Das Salz entzieht dem Körper Flüssigkeit. Diesen Entzug von Flüssigkeit verspüren wir vor allem an den Nieren, denn diese benötigen Flüssigkeit, um zu funktionieren. Die Aufgaben der Nieren liegen darin, den Wasserhaushalt und den Blutdruck zu regulieren und Giftstoffe aus dem Körper auszuscheiden. Eine weitverbreitete Folge von eingeschränkter Nierenfunktion sind Bluthochdruckerkrankungen – eine Volkskrankheit in Mitteleuropa die Hand in Hand mit der chronischen Überdosierung von Salz geht.
Allerdings kann der Körper mit einem gelegentlichen Zuviel an Salz durchaus umgehen, indem er vermehrt Flüssigkeit verlangt, um das überflüssige Salz wieder zu kompensieren. Ein Beispiel aus dem Alltag haben wir alle schon mal erlebt: eine Packung Chips, knisternd, fettig, salzig. Mir reicht schon der Gedanke daran, um Durst zu verspüren – und tatsächlich ist es so, dass unser Körper sich eine Extraportion Wasser holt um die Überdosis Salz wieder auszugleichen. Wer also reichlich Wasser trinkt, kann seinem Körper helfen, sich wieder zu regulieren.

  • bringt Salz uns um?

Diese Frage kann man wohl, auch wenn’s recht dramatisch rüberkommt, mit einem einfachen „ja“ beantworten. Die Zivilisiationskrankheiten in unseren Breitengraden, die mit einer dauerhaften Überzufuhr an Salz in Verbindung stehen, sind vielfältig und zahlreich. Aber auch eine kurzfristige extreme Überdosis Salz kann tödlich enden: man geht davon aus, dass etwa 1g/Salz pro kg Körpergewicht tödlich wirken kann. Bei einem Erwachsenen sprechen wir da von ca. 60-80g Salz, bei einem Baby oder Kind können je nach Größe und Gewicht schon 8-10g Salz zu viel sein. Natürlich können wir davon ausgehen, dass weder ein Kind noch ein Erwachsener sich versehentlich mit Salz vergiftet, weil zu viel Salz in jeglicher Speise schlichtweg ungenießbar ist. Dennoch gibt es einen bei uns bekannten Fall einer tödlichen Salzvergiftung, und das ist der der 4jährigen Angelina, die 2004 im Rahmen einer „Erziehungsmaßnahme“ von ihrer Stiefmutter mit Salz getötet wurde.

  • wieviel Salz soll nun ein Baby im Beikostalter bekommen?

Die WHO empfiehlt, Babys im 1. Lebensjahr keinerlei Salz zuzuführen. Genau gleich lautet auch die offizielle Empfehlung des österreichischen Gesundheitsministeriums. Das heißt aber nicht, dass Babys gar kein Salz zu sich nehmen, denn, wie ich eingangs schon erwähnt habe, Salz ist ja lebensnotwendig – auf die Dosis kommt es an! Sogar Muttermilch enthält Salz (und zwar 0,04g/100g Muttermilch) und das ist auch gut und richtig so (auch künstlicher Säuglingsnahrung ist Salz zugesetzt). Der National Health Service in Großbritannien trifft es mit der Empfehlung da also etwas genauer, wenn sie betonen, dass Babys im 1. Lebensjahr nicht mehr als 1g Salz/Tag zu sich nehmen sollten.
Das eine Gramm Salz pro Tag, das hier für Babys als unbedenklich gilt (und das übrigens auch hierzulande an Universitäten gelehrt wird – danke an meine Kollegin Hansi für den Einblick in ihre Unterlagen!), bezieht sich auf den Anteil Salz, der ohne zusätzliches Salzen durch das Konsumieren gängiger Lebensmittel aufgenommen wird. Sofern dem Baby Wasser zur Verfügung steht, spricht nichts dagegen, seinem Baby im Beikostalter ein Stückchen Käse oder auch mal ein Stück Brot anzubieten. Und ihr werdet auch sehr schnell selber feststellen, wie viel öfter euer Baby nach dem Wasserglas verlangt, wenn es etwas Salz zu sich genommen hat (auch wenn wir von minimalen Mengen reden). Außerdem isst ja ein Baby, das selbst essen darf, im 1. Lebensjahr so geringe Mengen, dass man auf das 1g Salz/Tag niemals kommt, sofern man sich an die Grundgedanken des Baby Led Weanings (keine Fertigprodukte, die gekochten Mahlzeiten für das Baby nicht salzen) hält.
(Ich habe übrigens erst neulich ein Stück Käse, das ich für den Babybub vorbereitet hab, vor und nach dem „Essen“ abgewogen. Ich hab ihm 27g Käse auf den Tisch gelegt und nach dem Essen 25g Käse wieder eingesammelt. 😉 Selbst bei einem Käse mit hohem Salzgehalt (2-5-3g Salz/100g Käse) wäre das nicht mal erwähnenswert.)

 

Eure Mariella.

REZEPT: Falafel-Dürüm

Ganz selten passiert es, dass ich etwas koche und es allen schmeckt. Wir haben heikle Kinder, die sich äußerst skeptisch gegenüber Neuem und Gemüse im Speziellen Verhalten. Umso überraschender war es für mich, dass gerade meine Falafel Dürüm ein Rundumerfolg waren! Alle haben’s gegessen! Und sogar am nächsten Tag in den Kindergarten als Jause mitgenommen. Echt passiert.

Ich hab Falafel Dürüm das erste Mal vor 7 Jahren gegessen, als mich ein ägyptischer Kollege in meiner damaligen Ausbildung auf ein Dürüm eingeladen hat. Es war so lecker, dass es kurzfristig mein kulinarisches Leben auf den Kopf gestellt hat und ich Monate lang auf der Suche nach noch einmal einem so leckeren Dürüm war. Und dann hab ich angefangen, sie selbst zu machen.

Mittlerweile ist es aber schon wieder eine Zeitlang her, dass ich das letzte Mal Dürüm gemacht habe. Aber neulich beim Einkaufen haben die Kinder im Supermarkt vorgebackenes Dürüm-Brot entdeckt und wollten es unbedingt haben. Also hab ich in meinen alten Rezepten gekramt und Falafel-Dürüm gekocht! Dürümbrot kann man übrigens auch selber machen, damit hatte ich aber in der Vergangenheit keinen so großen Erfolg, weil sie mir immer zu hart geworden sind.

 

Falafel-Dürüm

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  • 440g Kichererbsen (2 Gläser)
  • 1-2 Zwiebeln
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 5EL Petersil TK
  • 1EL Cumin
  • 1EL Koriander gem.
  • 1EL Korianderkraut gehackt
  • 1EL Kurkuma
  • 7EL VK Mehl
  • 1EL Zitronensaft
  • 1TL Backpulver
  • Dürüm Wraps (gibt’s in Supermärkten und türkischen Supermärkten)
  • Salat (ich habe Chinakohl genommen)
  • Tomaten
  • Zwiebel
  • Joghurt
  • 2 Knoblauchzehen
  • Petersil
  • Zitronensaft

 

013aZwiebel und Knoblauch schälen und kleinschneiden. Kichererbsen abtropfen und gut abspülen, bis sie nicht mehr schäumen.
Kichererbsen, Zwiebel, Knoblauch, Petersil, Gewürze mit dem Pürierstab pürieren. Mehl löffelweise zugeben und mit dem Mixer verrühren. Zum Schluss Backpulver und Zitronensaft unterrühren.
Laibchen formen, in Öl herausbraten.

 

027aFür die Joghurtsauce die Knoblauchzehen pressen, mit gehacktem Petersil, etwas Zitronensaft und Joghurt verrühren.

Dürüm Wraps mit Salat belegen. In Ringe geschnittene Zwiebel, Tomaten, drauflegen, Joghurtsauce, 2-3 Falafel hinein, zusammenrollen und servieren.

 

Für die Beikostvariante habe ich alles zunächst ungesalzen gelassen. Dann für den Babybub 3 Falafel rausgebraten, die restliche Masse für uns gesalzen und unsere Falafel gemacht. Genau so mit der Joghurtsauce.

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Viel Spaß beim Nachkochen!

 

Eure Mariella.

 

 

 

 

REZEPT: Süßkartoffelpfannkuchen mit Spinat

Ich liebe, liebe, liebe Süßkartoffeln. Für mich mehr oder weniger die am Meisten unterschätzte Knolle Österreichs. Egal, was ich bisher mit Süßkartoffeln gemacht hab, es war immer lecker: Suppe, Ofengemüse, Schmortöpfe oder Aufläufe. 066aSüßkartoffel geht auch super mit Kürbis zusammen oder – wie in diesem Rezept – mit Spinat. Es ist ein tolles Beikostrezept, weil es ganz ohne Salz sehr geschmacksintensiv und gut zu handhaben ist für die Kleinen. Der Babybub ist jetzt etwas über 6 Monate alt und es ging problemlos für ihn. Und er fand es so lecker, dass er ganz verliebte Blicke mit dem Koch ausgetauscht hat. Der Koch war heute der Mann, weil er bei uns für alle Arten von Palatschinken und Pfannkuchen verantwortlich ist – ich kann das nämlich nicht.

Weil ich ja grad meine selbstgemachte Suppenwürze neu hab, habe ich sie heut gleich zum Würzen eingesetzt. Das kann man auch weglassen, deshalb hab ich’s beim Rezept in Klammer gesetzt.

 

Süßkartoffelpfannkuchen mit Spinatfüllung

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  • 400g Süßkartoffeln
  • 2 rote Ziebeln
  • 2 Eier
  • 400ml Milch
  • 200g Mehl
  • Muskatnuss gerieben
  • 1TL Kurkuma
  • 1TL Paprika
  • (1EL Suppenwürze ohne Salz)
  • 600g Blattspinat aufgetaut
  • 2 rote Zwiebeln
  • (1 EL Suppenwürze ohne Salz)

 

044aDie Süßkartoffeln schälen und grob reiben. Zwiebel schälen und fein würfeln. Eier verquirlen, mit Milch und Mehl gut mixen. Mit Muskat, Kurkuma, Paprika und Suppenwürze würzen. Mit den Süßkartoffeln und den Zwiebeln mischen.

 

 

048aIn Öl zu dicken Pfannkuchen backen, im Backrohr übereinander geschichtet warm halten.

Für den Spinat die Zwiebel schälen und fein würfeln. In Öl anbraten, den Spinat dazugeben, mit Suppenwürze würzen und 5 Minuten leicht köcheln, immer wieder umrühren.

Die Pfannkuchen mit Spinat füllen und einklappen.

 

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Viel Spaß beim Nachkochen!

Eure Mariella.

REZEPT: Suppenwürze für die Beikostzeit

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Suppengewürz spielt bei mir in der Küche eine große Rolle. Ich würze sehr gerne damit, egal ob in Suppenwürfelform oder granuliert. Zugegeben, das Gesündeste ist so fertige Suppenwürze jetzt vielleicht nicht unbedingt, insbesondere weil sie ja Geschmacksverstärker enthält. Meine gekaufte Suppenwürze enthält Stärke als Geschmacksverstärker, außerdem ist Salz nicht nur drin, sondern als Hauptzutat gelistet, daneben zwei Sorten Zucker, Palmfett, tatsächlich auch Gemüse (immerhin fast 10%), nicht näher erläuterte Kräuter und Gewürze sowie Maltodextrin. Für den Alltag verwende ich sie dennoch gern, weil sie halt nicht nur „salzt“. Kein Thema aber, dass fertig gekaufte Suppenwürze ein no-go für Beikostbabys ist.

Da ich dennoch nicht auf Suppenwürze verzichten wollte, habe ich mir kurzerhand eine babytaugliche selbstgemacht. Das stand eh schon ganz lang auf meiner Wunsch-to-do-Liste und gestern hab ich sie endlich gemacht. Es geht ganz einfach, dauert aber recht lange, weil man das Gemüse 7-8 Stunden im Backrohr trocknen muss. Es würde auch mit einem Dörrautomaten funktionieren, aber ich hab leider keinen.

Ich hab mein Werken für euch fotografiert und euch hier das Rezept zusammengestellt.

 

Suppenwürze

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  • 350g Zwiebel/Schalotten
  • 350g Karotten (Möhren für die nicht österreichischen Leser)
  • 150g Lauch
  • 350g Brokkoli
  • 400g Knollensellerie
  • Petersil
  • Liebstöckel

 

Das sind die Zutaten, wie ich sie verwendet habe.  Suppenwürze kann man aber ganz vielfältig gestalten, Tipps dazu findet ihr ganz unten, am Ende des Rezepts. Auch in den Mengen der verwendeten Zutaten könnt ihr variieren wie ihr wollt oder wie ihr daheim habt.

011aDas Gemüse waschen, putzen. Die Zwiebel schälen. Alles in grobe Stücke schneiden. Dann habe ich das Gemüse mit meiner Küchenmaschine fein gerieben. Zwiebel und Lauch hab ich im Multizerkleinerer fein gehackt. Das geriebene/gehackte Gemüse habe ich dann auf drei mit Backpapier ausgelegten Backblechen locker verteilt. Ich hab drauf geachtet, dass nicht so viel auf einem Fleck liegt, damit es gut und recht gleichmäßig trocknen kann.

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Bei 75° Grad und Umluft ins Backrohr geben und 7-8 Stunden trocknen lassen. In den ersten Stunden hab ich einen Kochlöffel bei der Backofentür eingeklemmt, damit die Feuchtigkeit entweichen kann, in den letzten Stunden war das dann nicht mehr notwendig. Ca. 1-2 Mal pro Stunde habe ich das Gemüse ein bisschen gewendet und am Blech verschoben, damit alles rundherum gut trocknen kann.

 

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Ich hab auch die Position der Bleche mehrmals gewechselt, weil bei mir das mittlere Blech am Schlechtesten getrocknet ist, das unterste am Besten. So wurde alles ziemlich gleichzeitig fertig.

 

 

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Ich hatte getrockneten Liebstöckel und getrockneten Petersil daheim, deswegen sieht man die Kräuter auf den Bildern nicht. Beides habe ich erst jetzt hinzugegeben. Wer frische Kräuter verwendet, muss diese mit dem Gemüse zerkleinern und im Backrohr trocknen. Jedenfalls am Ende des Trockenvorgangs Gemüse und Kräuter in den Multizerkleinerer geben und zerreiben. Das haben bei mir die Kinder machen dürfen.

 

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Fertig ist die Suppenwürze! Jetzt nur noch in Schraubgläser füllen und ab ins Gewürzregal. Oder in die Gewürzschublade. Auch jenseits der Beikostzeit kann man Suppenwürze so ganz einfach selbst zubereiten. Man kann dann am Ende der Trockenzeit gemeinsam mit dem getrockneten Gemüse eine beliebige Menge Salz in den Multizerkleinerer geben. Und schon ist eure Suppenwürze einsatzbereit!

 

 

Tipps für Variationen:

Gemüse:

  • gelbe Rübe
  • Peterwurzen (Petersilienwurzel)
  • Karfiol
  • Stangensellerie
  • rote Zwiebel
  • Süßkartoffeln
  • Fenchel

Kräuter:

  • Estragon
  • Basilikum
  • Thymian
  • Majoran
  • Oregano
  • Koriander

Gewürze:

  • Pfeffer
  • Kurkuma
  • Cayennepfeffer
  • Paprika
  • Kümmel

 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Eure Mariella.

 

REZEPT: Blätterteigstangerl mit Apfelmus

Heut hab ich was Neues, ganz Schnelles und super Einfaches ausprobiert: Blätterteigstangerl mit Apfelmus.

Den Dinkel-Blätterteig hab ich fertig gekauft (bio gibt’s den z.B. beim Merkur). Er ist ungezuckert und hat einen Salzgehalt von 0,9g/100g; in einer Packung sind 270g drinnen, also gesamt sind das 2,43g Salz. Daraus habe ich 16 Stangerl gemacht, sind also 0,15g Salz pro Stangerl. Zum Thema Salz plane ich schon seit einer Weile einen Beitrag, allerdings möchte ich ihn gerne möglichst fundiert ausarbeiten und brauchbare, gesicherte Informationen zum Thema Salz im Beikostalter zu finden ist schwerer, als man glauben würd. Zwar bin ich mit der Recherche schon fertig, zum Schreiben eines so komplexen Themas fehlt mir aber grad die Zeit. Aber er kommt demnächst, der Salz-Beitrag.

Jedenfalls sind 0,15g Salz pro Stangerl okay. Zumal der Babybub von einem Stangerl ca. ein Achtel tatsächlich verspeist, da sind wir dann bei etwa 0,02g Salz, die er zu sich genommen hat. 🙂

Das Apfelmus sollte ein ungezuckertes sein. Die gibt’s von mehreren Firmen. Ich mag das von Ja! Natürlich aufgrund seiner Konsistenz sehr gern. Jedes andere kann aber genau so gut verwendet werden. Auch der Blätterteig muss nicht aus Dinkelmehl sein.

Die Stangerl sind ruckzuck fertig, die Zutaten kann man recht gut auf Vorrat daheim haben und sie schmecken auch den größeren Kindern hervorragend!

 

Blätterteigstangerl mit Apfelmus

blatterteigstangerl

 

  • 1 Packung Blätterteig
  • 1 Glas Apfelmus
  • ev. geriebene Nüsse

 

 

 

 

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Den Blätterteig ausrollen, mit einem Teigrad in 8 Streifen schneiden und diese dann noch mal halbieren.

 

 

 

blatterteigstangerl2Auf jeden Streifen etwas Apfelmus streichen. Wer mag, kann auch noch geriebene Nüsse draufstreuen. Bei reiferen Beikostkindern ist auch die Beigabe von Rosinen und Sultaninen eine Option. Wer mag kann jedenfalls noch etwas Zimt darauf streuen. Das habe ich bei meinen Stangerln leider vergessen.

 

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Je einen Streifen an der unteren und oberen schmalen Kante fassen und gegeneinander verdrehen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.

 

 

 

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Bei 180° Grad ca. 20 Minuten backen.

 

 

 

 

Viel Freude beim Nachbacken!

 

Eure Mariella.

 

REZEPT: Reislaibchen / Was tun mit Reis zu Beginn der Beikostzeit

Vor einigen Tagen habe ich für uns ein Eiercurry gekocht, dazu gab es Reis. Ich habe beim Kochen irgendwie keine Möglichkeit gefunden, das Eiercurry babygerecht abzuändern, besonders weil eine fertig gekaufte Rote Currypaste wichtiger Bestandteil davon war und wiederum die Bestandteile der Currypaste nicht babytauglich sind. Somit war für den Babybub nur mehr ein Ei und der Reis übrig. Ei ist bisher nicht so der Renner, für Reis hingegen hat er sich immer voll interessiert. Nur greifen kann er ihn noch nicht so recht, bislang war es meist ein grober Griff auf meinen Teller, eine Handvoll Reis wurde vom Tisch weg Richtung Mund geführt und am Weg dorthin mehr oder weniger zur Gänze ausgestreut. Für Besteck interessiert er sich zwar sehr, aber das kann er mit seinen 6 Monaten noch nicht richtig benutzen, also auch so lässt sich der Reis nicht zum Mund bringen. Also musste eine andere Lösung her, und die lautete: Reislaibchen!

Laibchen eigenen sich nicht nur in der ersten Beikostzeit ganz toll für BLW-Babys. Sie sind mit einer oder auch mit beiden Händen gut zu greifen und zu halten und es lässt sich hervorragend davon abbeißen oder auch nur daran lutschen.

 

Reislaibchen

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  • ca 4EL ohne Salz gekochter Reis
  • 1 Ei
  • eine kleine Karotte
  • Petersil
  • etwas geriebener Käse (salzarm)
  • etwas Dinkelgrieß

 

060aDas Ei verquirlen. Die Karotte fein reiben. Den Reis, die Karotte, Petersil und Käse vermischen, dann soviel vom verquirlten Ei zugeben, dass eine gut formbare Masse entsteht. Mit Dinkelgrieß lässt sich das Ganze noch etwas verfestigen, sollte es zu flüssig sein.

In einer Pfanne Öl erhitzen, aus der Masse Laibchen formen und sie von beiden Seiten anbraten.

 

Leider war der Babybub schon sehr müde an diesem Tag. Es passiert mir relativ oft, dass ich so abgelenkt bin mit den Tätigkeiten der zwei Großen, dass ich zu spät zum Kochen anfange und das Rübchen dann schon ganz müde ist. 073aEs bleibt dann oft keine andere Möglichkeit, als ihn ins Tragetuch oder in die Tragehilfe zu packen – und dort schläft er dann meistens binnen Minuten ein. So eben auch an diesem Tag und die Reislaibchen gab es dann erst am Tag darauf zum Frühstück.

Eure Mariella.

 

 

Fortschritte

Ganz bestimmt wiederhole ich mich – und werde es noch öfter tun – wenn ich heute davon schwärme, wie unglaublich groß die Fortschritte des Babybuben beim Essen sind. Was für ein riesiger Unterschied in seiner Fingerfertigkeit, allgemeinen Motorik und im gesamten Ernährungsablauf im Vergleich zu vor wenigen Wochen. Unser Beikoststart ist nicht mal ein Monat her und er hat schon so viel gelernt. Erst gestern beim Abendessen – das ist bei uns die große Familienmahlzeit, wo alle gemeinsam am Tisch sitzen und für die ich immer frisch koche (zu Mittag gibt’s fast immer nur Reste vom Vorabend oder was Schnelles für die Kinder) – bin ich mit einer Mischung aus Wehmut, Andacht, Freude und Bewunderung dagesessen und habe meinen Sohn beim geschickten Hantieren und bei so viel neuer Routine beobachtet. Er weiß, was er will, er weiß, wann er es will, er weiß, wie er es will.

Beim gestrigen Abendessen hatten wir quasi einen Überraschungserfolg mit einem Salat aus Kartoffeln und Brokkoli – der Babybub hat mit so einer Begeisterung gegessen! kartoffelbrokkolisalatJa direkt „reingehauen“ hat er. Er hat sich gezielt aus seiner Auswahl den Brokkoli geschnappt und erst, als keiner mehr da war, an die Kartoffeln gemacht. Er zeigt jetzt auch ganz deutlich, wann er Wasser trinken will – und dass er das Glas, wie er es jetzt vom Essen gewohnt ist, auch schon gern alleine nehmen möchte. Was für ein unzufriedenes Gemecker, bis wir ihn endlich selbst zum Glas hingreifen – und es umwerfen lassen haben. Ja, richtig gelesen, wir haben ihn das Glas umwerfen lassen. Nicht direkt geplant, nicht direkt gewollt, aber durchaus wissend, dass er es noch nicht „richtig“ nehmen und zum Mund führen wird können, haben wir ihn hingreifen lassen. Die Versuche, es ihm zu reichen, wurden zuvor mit lautem Gebrüll abgewehrt, nein, er wollte es sich selbst vom Tisch nehmen. Mit dem ersten Griff zum Glas ist es gekippt. Mann, Kind, Tisch, Boden…alles nass. Und der Babybub war zufrieden.

So funktioniert lernen. Er kann es nicht beim ersten Versuch können, ganz viele Dinge können auch wir beim ersten Versuch nicht oder nicht perfekt. Und grad Babys brauchen die Zeit, brauchen die Ruhe ihrer Eltern, dass sie selbst experimentieren, selbst erfahren können. Es ist okay. Das Glas war ein dickwandiges und ist daher nicht zerbrochen (natürlich wär ein Kunststoffbecher da empfehlenswerter 😉 ) und die Flüssigkeit war nur Wasser. Nichts passiert, außer dass der Babybub was gelernt hat: wenn man so hingreift, wie er es heut getan hat, fällt das Glas um und man wird nass. Für uns so selbstverständlich, für ein 6 Monate altes Baby aber eine neue Welt!

Das heißt nicht, dass er das Glas beim nächsten Mal nicht wieder umwerfen wird. Ja vielleicht wirft er es noch 5 Mal oder 10 Mal oder 20 Mal um. Jedes Mal, um etwas draus zu lernen. Ganz oft sind die Dinge, die unsere Babys, unsere Kinder lernen – ständig(!) lernen – für uns nicht oder nicht im ersten Moment ersichtlich. Ich habe das Glück, mittlerweile seit fast 6 Jahren Kinder bei ihrem täglichen Tun beobachten und erleben zu dürfen. Und rückblickend kann ich über meine Kinder sagen: in diesen 6 Jahren haben sie nichts(!!!) getan, woraus sie nicht etwas gelernt hätten. Jedes Spiel, jede Wiederholung eines Spiels, jeder Versuch, jedes Tun, ja sogar das gelegentliche gelangweilte Herumhängen an faden Sonntagen und das „mir ist soooo laaaangweilig“-Gemaule sind ein Lernprozess. Kinder lernen immer. Wenn wir sie lassen. Ganz oft müssen wir uns nur zurücknehmen und unsere Kinder tun lassen und da sein, wenn sie uns brauchen – und sie kommen schon und holen unsere Hilfe, wenn sie sie benötigen.

Mit dieser Überzeugung durchleben wir jede Beikostzeit. Dieser Gedanke trägt mich. Er trägt mich lang und er trägt mich stark und er gibt mir die Kraft, Dinge hinzunehmen, die ich auf den ersten Blick nicht verstehe. Meine Kinder sind nicht wie ich. Jeder von ihnen ist eine eigene Persönlichkeit, ein Individuum, jeder lernt anders, entwickelt sich anders. Sie müssen nicht geformt werden, müssen nicht gezogen werden, sofern ich einen Rahmen biete, der gesunde Bedingungen darstellt. Für die Ernährung meiner Kinder heißt das: ich stelle eine (überwiegend) gesunde Auswahl an Nahrungsmitteln zur Verfügung und lasse meine Kinder selbst entscheiden. Ich manipuliere nicht. Ich mache keine Gemüsegesichter für meine Kinder, ich baue keine Autos aus dem Essen und trickse auch sonst nicht. Ich schummle keine Karotten hinein und keine Zucchini. Ich zwinge sie nicht, etwas zu kosten, was sie nicht möchten. Ich lade sie zwar dazu ein, respektiere aber ein „Nein“ (auch wenn mir das nicht immer leicht fällt). Sie sollen autonom entscheiden können, ich möchte ihre Integrität auch beim Essen wahren und respektieren. Ein solcher Umgang mit den Kindern erfordert oft viel Geduld und eine gehörige Portion Gelassenheit. Aber nichts ist schöner, als die Früchte von allein reifen zu sehen aus der Saat, die man schon Jahre zuvor gestreut hat. Der Großbub und absoluter, konsequentester Gemüseverweigerer aller Zeiten, beginnt seit geraumer Zeit, von sich aus zu probieren, zu kosten. Auch Dinge, von denen er schon denkt, dass sie ihm nicht schmecken werden. „Ich probier einfach, vielleicht schmeckt es mir ja doch“, meinte er eines Tages. Ich kann euch gar nicht sagen, wie wunderschön sich das anfühlt, wenn man das Kind zuvor nicht gedrängt, nicht gezwungen,nicht überredet hat. Wenn es diesen Schritt komplett allein, selbstständig, autonom macht. (Das meiste Gemüse schmeckt ihm übrigens immer noch nicht, aber er ist neugierig und experimentierfreudig geworden)

Lassen wir die Kinder machen. Lassen wir sie tun, lernen, erfahren. Seien wir einfach da für sie. Sie sind vollkommen und vollkommen richtig, so wie sie sind. Lassen wir unsere Babys Becher umwerfen und unsere Kinder Gemüse verweigern, lassen wir sie ihre Händchen im Wasserglas baden, denn es ist nur Wasser, es richtet keinen Schaden an. Lassen wir sie Nudeln im Wasserglas versenken, denn es ist spannend für sie, wie die Nudel herabsinkt und das Wasser flockig wird. Lassen wir sie den Brokkoli zerpflücken, die Suppe in den Tisch einmassieren, den Käse zerreiben. Das alles ist wichtiges Erfahren von Lebensmitteln, es ist ein Lernprozess und es ist Teil ihrer Entwicklung. Seien wir geduldige, liebevolle, verständnisvolle Eltern, die nicht genervt und schimpfend hinterherräumen, dem Baby kopfschüttelnd das Essen aus der Hand reißen oder andere (verbale) Gewalt über unsere Kinder ergießen.

Eure Mariella.

REZEPT: Saftfleisch

Wie ich schon erzählt habe, bin ich keine besonders versierte Fleischköchin. Ich habe genau ein Rezept mit Rindfleisch auf Lager, das ich regelmäßig koche, und das ist mein heißgeliebtes Saftfleisch. Ich mache dazu immer Nudeln, dann können die Kinder, wenn sie das Fleisch nicht essen wollen, Nudeln mit Sauce bekommen.

 

Saftfleisch

  • 500g Mageres Meisel vom Rind (außerhalb von Österreich ist der Begriff Mageres Meisel wohl nicht so bekannt, da dürfte man selbiges als „Mageres Filet“ oder „Schulterfilet“ bekommen)
  • 2 Bund Suppengemüse
  • Tomatenmark
  • Senf (Estragon)
  • Mehl
  • Wasser
  • Butter
  • Nudeln

Das Magere Meisel in Scheiben schneiden. Dann eine Seite mit Senf bestreichen, die andere Seite mit Mehl bestäuben. Die Butter in einer tiefen Pfanne zerlassen, das Fleisch zuerst auf der Senfseite, dann auf der Mehlseite scharf anbraten und wieder aus der Pfanne herausnehmen.

006aDas Gemüse schälen und in Stücke schneiden.

Das Gemüse in der restlichen Butter kurz anbraten, mit Wasser ablöschen (sodass das Gemüse gerade gut bedeckt ist). Aufkochen lassen. Hitze reduzieren, das Fleisch oben drauf legen, Deckel drauf und bei geringer Hitze 1,5 Stunden köcheln lassen.

Das Fleisch wieder herausnehmen, das Gemüse durch die Flotte Lotte drehen (alternativ könnte man es auch pürieren), Fleisch und Sauce für das Baby herausnehmen, Sauce salzen, Fleisch wieder dazu und warm halten.

Dazu Nudeln kochen. Für Beikostanfänger eignen sich besonders gut Fussili, Farfalle oder Penne.