Wasser

Vor drei Tagen hat der Babybub das erste Mal Wasser getrunken!

Ich werde ja oft gefragt, wie man das mit dem Wasser am Besten macht und ab wann und wie man es anbietet. Also wir machen das so, dass es das Wasser ohnehin immer am Tisch gibt (wir alle trinken zu jeder Mahlzeit ausschließlich Wasser) und irgendwann zeigt das Baby dann selbst Interesse und zieht das Glas zu sich hin oder wir bieten es aktiv an, wenn wir das Gefühl haben, es könnte grad passen. Unsere ersten beiden Kinder haben das Glas tatsächlich zu sich gezogen, diesmal habe ich es angeboten und zwar als wir Nudeln gegessen haben. Es war eine trockene Angelegenheit, also nur Nudeln mit Parmesan, ich selbst hatte Durst und hab so dem Babybub auch mein Glas angeboten. Er hat es dann gleich zu sich hingezogen – wie das geht sieht er ja jeden Tag zigfach bei uns – ich hab ihm geholfen, es zu halten und mit ihm leicht gekippt an seinen Mund geführt. Zaghaft hat er seine Lippen zum ersten Mal in seinem Leben mit Wasser benetzt. Dann die Zunge und die Finger seitlich am Rand dazugesteckt. Er hat ein bisschen herumgesprudelt und neugierig diese neue Materie erkundet.

Seither biete ich ihm bei jeder Mahlzeit aktiv ein Glas Wasser an. Er nimmt es nicht immer. Das mit dem Wasser kann eine ziemliche Sauerei werden. Momentan lege ich uns beiden daher eine Mullwindel unter, damit wir uns nicht gleich komplett umziehen gehen müssen. Heute hat er dann das erste Mal einen kleinen Schluck Wasser genommen und sich beim zweiten Versuch dann direkt verschluckt. Und wie ich das schon so oft bei seinen Brüdern beobachten konnte war es auch diesmal: er hat zwar wild gehustet, danach aber sofort wieder das Glas ergriffen und erneut einen Schluck probiert – als wär nichts gewesen. Es ist ja eigentlich komisch, dass wir uns beim leichten Verschlucken unserer Kinder immer gleich so schrecken. Und jeder, der schon ein Kind ohne Brei durch seine Beikostzeit begleitet hat – ja ziemlich sicher auch die, die Brei gegeben haben, denn irgendwann fangen ja auch die Breikinder an, selbstständig zu essen und werden sich verschlucken – hat das sicher schon mal beobachtet, dass wir uns zwar vielleicht sehr schrecken, die Kinder selber aber komplett unbeeindruckt von ihrem Husten sofort wieder dort weitermachen, wo sie aufgehört haben.

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Hier ein paar Tipps zum Thema Wasser/Trinken für den (Beikost)Alltag:

  • Als Getränk in der Beikostzeit (übrigens egal ob BLW oder Brei) eignet sich ausschließlich Wasser. Solange ein Baby noch nach Bedarf gestillt wird, wird es ohnehin seinen ganzen (oder in fortgeschrittenerem Beikostalter) größten Flüssigkeitsbedarf über die Muttermilch abdecken. Das Wasser darf in unseren Breitengraden aus der Wasserleitung kommen, es ist auch nicht nötig, es abzukochen. Wir reden hier ja ohnehin über eine Zeit, in der das Baby schon alles, was es ergattern kann, mit dem Mund erkundet – Keime ohne Ende! Also darf hier auch das Wasser ohne spezielle Vorbereitung Babys Lippen berühren.
  • Saft – und hier gebe ich euch jetzt nur meine ganz persönliche Meinung und Erfahrung weiter – sollte kein generelles Tabu sein, allerdings auch nicht als Durstlöscher angesehen werden. Saft enthält Zucker (im besten Fall Fruchtzucker, ganz oft aber auch zugesetzten) und ist streng genommen eine Süßigkeit. Wir handhaben das eigentlich relativ streng bei uns: zu den Mahlzeiten gibt es keine Getränke außer Wasser. Saft gibt’s in Restaurants oder beim Heurigen mal oder wenn’s einen sonstigen Anlass gibt, aber natürlich auch, wenn die Kinder ihn sich ausdrücklich wünschen. Ich möchte nur nicht, dass Saft das Getränk Nummer 1 wird, weil’s einfach nicht gesund ist. Die Kinder nehmen das sehr gut an. Sie wünschen sich immer wieder mal Saft und ich besorge den dann auch, sie trinken ihn aber als Nascherei, bei Durst verlangt vor allem der Mittlere (3 Jahre) immer nach Wasser und drückt mir den Saft dabei sogar wieder in die Hand.
  • Es ist nicht notwendig, irgendwelche Trinklernbecher anzuschaffen. Ein ganz normaler Becher, ein ganz normales Glas tut’s auch. Die Kinder lernen wahnsinnig schnell, wie das Trinken funktioniert. Ein Becher/Glas aus einem nicht oder schwer zerbrechlichen Material hat den Vorteil, dass halt nix so schnell kaputt geht – denn ja, es wird auf den Boden fallen. Wir haben hier Becher aus Bambus genauso wie normale Kunststoffbecher. Solange ich meine Hand beim Trinken noch dabei hab, nehmen wir auch zerbrechliche Gläser, wenn das Baby meine Hand aber nicht mehr braucht, werden wir zu nicht zerbrechlichem Material wechseln.
  • Für unterwegs verwenden wir Trinkflaschen, am Liebsten eine ohne Plastik und nicht zwingend aber auch mit Sportaufsätzen. Da haben wir schon sehr lange eine Emil Flasche im Einsatz, ich mag aber auch die Pura Kiki oder Klean Kanteen Flaschen. An der Emil Flasche stört mich oft das Gewicht. Mit 3 Kindern hab ich jetzt eh schon ziemlich viel herumzuschleppen, da stört eine schwere Trinkflasche oder zwei oder drei dann halt schon. Da sind Edelstahlflaschen angenehmer.

Viele Kinder baden übrigens gern ihre Händchen im Wasserglas. Ich lasse das uneingeschränkt zu, das hört tatsächlich von selber wieder auf. Bei dem Einen halt früher, bei dem Anderen später. Aber es ist ja nur Wasser, selbst wenn das Glas dann mal umfällt. Es ist viel zu schön, das Kind beim Entdecken, Staunen, Begreifen und Erfahren zu beobachten, als dass ich da eingreifen wollte.

 

Eure Mariella

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