Suppen und breiartige Speisen

Auch wenn mein Blog „Beikost ohne Brei“ heißt und von unserem Alltag mit baby-led weaning handelt, ist BLW nicht zwingend gleichbedeutend mit breifrei. BLW bedeutet ja lediglich, dass das Baby selbst isst und sich in Folge dessen selbstbestimmt abstillt. Sehr oft habe ich schon gesehen, dass der Begriff BLW fehlinterpretiert und mit Fingerfood verwechselt wird.
„Baby-led weaning“ bedeutet übersetzt nichts anderes als „vom Baby geführtes Abstillen“. Der Begriff selbst gibt also keinerlei Auskunft darüber, ob ein Baby Brei oder Fingerfood isst. Er steht für eine Form der Beikosteinführung, in der ein Baby nicht gefüttert wird, sondern selbst isst. Und weil es fürs Kind einfacher ist, feste Kost in die Hand zu nehmen und zum Mund zu führen, weil aber auch die Familienkost, die ein BLW-Baby von Anfang an mitisst, in unseren Breitengraden eher selten breiförmig und doch meistens in fester Form vorkommt, gibt es bei einer Beikosteinführung dieser Form primär feste Kost für das Kind.

  • BLW = Baby Led Weaning = vom Baby bestimmtes Abstillen. Form der Beikosteinführung, bei der das Baby nicht gefüttert wird und von Anfang an die Familienkost mitisst.
  • Fingerfood = Nahrungsmittel, die mit Fingern gegessen werden. Aus praktischen Gründen meist in fester Form, gern aber mit Dips.

Wer Fingerfood gibt, macht noch längst nicht BLW. Wer BLW macht, bietet längst nicht nur Fingerfood in fester Form an.

Jetzt zum Beispiel im Herbst gibt es bei uns öfter mal Suppen. Die Kinder mögen Suppen sehr gern, da ist es meistens sogar egal, welches Gemüse püriert wurde. Eigentlich immer essen sie sie mit Backerbsen. Das ist dann natürlich nicht so super gesund, aber na ja, 20161119_172216immerhin essen sie, was ich gekocht hab, da darf man nicht weiter heikel sein (auch wenn’s mir manchmal das Herz zerreißt, wenn sie z.B. meine indische Pastinakensuppe oder die feine Fenchelcremesuppe unter Backerbsen vergraben…). Suppen kochen geht sehr einfach, ich brate zunächst meist Zwiebel an, ev. Knoblauch dazu, geschnittenes Gemüse hinein, mit Wasser aufgießen, 20-25 Minuten köcheln lassen, pürieren, würzen, fertig. Das ist die Grundlage fast aller meiner Suppen. Manchmal betreibe ich etwas mehr Aufwand und mach eine Hühnersuppe oder was anderes Spezielles. Meistens aber pürierte Gemüsesuppen. Mögen halt die Kinder so gern. Sonst hab ich hier ja jetzt nicht so die Gemüsefreunde am Tisch sitzen.
Manchmal gibt es auch andere breiförmige Speisen bei uns. Kartoffelpüree zum Beispiel. Hummus. Dillsauce. Sowas in der Art. Das ist aber deutlich seltener. Suppen hingegen, eben grad jetzt im Herbst, gibt’s mindestens einmal wöchentlich.

Was aber tun mit dem BLW-Baby wenn Suppen und Breie am Speiseplan stehen?
Das kommt ein bisschen aufs Alter drauf an. 20161120_120039Mit 6 Monaten macht es praktisch keinen Sinn, dem Baby ein Schälchen Suppe hinzustellen. Das fliegt entweder gleich vom Tisch oder wird nur entleert oder fällt um. Mit 8 Monaten hingegen geht Suppe schon ganz gut. Klar wird die auch ausgeleert, wird reingegatscht, verschmiert, verteilt und nur wenig davon gegessen. Auch die Schüssel landet immer wieder mal am Boden. Aber das Baby nimmt in dem Alter schon gern den zugehörigen Löffel zur Hand und übt. Übt das Löffeln, übt den Umgang mit dieser schwierigen Konsistenz. Denn Brei mag zwar leichter zu schlucken sein als feste Kost, zum Mund hingegen kommt er nur schwer.
Wenn man Suppe also noch nicht geben kann/will, dann bietet es sich an, einen Bestandteil der Suppe vor dem Pürieren herauszunehmen. Das kann jedes Gemüse sein, aber auch Fleisch oder was auch immer Teil der Speise ist. Ich hab euch hier mal ein paar erprobte Tipps aus unserem Alltag zusammengesammelt.

am Speiseplan steht….

  • pürierte Gemüsesuppe
    • Beikostanfänger: das Gemüse, das für die Suppe verwendet wird, größer schneiden, sodass es gut vom Kind in die Hand genommen werden kann. Für das Baby vor dem Salzen Gemüse entnehmen und abkühlen lassen, danach erst für die restliche Familie pürieren.
    • Beikostfortgeschrittene: die Suppe mit etwas weniger Wasser kochen (gerade so, dass das Gemüse gut bedeckt ist; bei stark wässerndem Gemüse wie Zucchini weniger Wasser nehmen), zu einem dicken Brei pürieren, vor dem Salzen etwas fürs Baby entnehmen. Dann noch Wasser zugießen und für die restliche Familie fertig zubereiten. Bei Cremesuppen darf Rahm/Obers auch schon in die pürierte Version für das Baby miteingearbeitet werden!
  • Fleischsuppen
    • Beikostanfänger: das Fleisch nach dem Kochen von den Knochen lösen, davon weiche, größere Stücke vor dem Salzen für das Baby zur Seite legen. Unbedingt darauf achten, dass keine kleinen Knochen drin versteckt sind. Wenn Gemüse Teil der Suppe ist, dann hier wie bei den Gemüsesuppen ev. etwas größer schneiden und dem Baby vor dem Salzen etwas herausnehmen.
    • Beikostfortgeschrittene: Die Suppe normal zubereiten bis auf das Salz und dem Baby die festen Bestandteile der Suppe herausnehmen. Die dünne klare Suppe ist für Babys im 1. Lebensjahr normalerweise nur schwer bis gar nicht zum Mund zu bekommen.
  • Pürees
    • Beikostanfänger: hier wie bei den Gemüsesuppen vor dem Pürieren fest Bestandteile für das Baby entnehmen.
    • Beikostfortgeschrittene: dem Baby etwas (von der Konsistenz her festeres) Püree in einer Schüssel zum Tisch geben. Grad bei Kartoffelpüree kann man bei der Konsistenz sehr gut mit der Milchmenge variieren und so die Festigkeit des Pürees an die Motorik des Kindes anpassen.

Grundsätzlich gebe ich dem Baby recht früh eine kleinen Löffel zum Essen dazu, wenn wir auch einen beim Essen haben. Die Kleinen haben größte Freude daran, unsere Gesten zu 20161121_182016imitieren und die Handhabung des Löffels zu üben. Auch wenn’s nicht beim ersten Mal klappt (und zweiten Mal, dritten Mal…). Wer üben darf, hat’s aber recht schnell heraußen.
Da die Grundidee von BLW schon die ist, dass das Baby mitisst, versuche ich auch immer, seinen Anteil an der Mahlzeit möglichst nah an unserem Essen zu belassen. Er sieht das ja auch. Wenn ich was Püriertes hab und er nicht, versucht er vehement, mir in meinen Teller zu matschen. Wenn ihm ein Bestandteil des Essens fehlt (Reis zum Beispiel, lass ich zugegebener Maßen auch gern mal weg, wenn ich wenig Zeit hab und nachher eben nicht einen großen Rundumputz machen will), sieht er auch das sofort und verlangt danach. Er ist Teil dieser Familie und will gleich behandelt werden. Und das soll auch so sein. Und er soll haben dürfen, was wir haben.

Eure Mariella.

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REZEPT: Faschierte Spinatlaibchen – und ein kleiner Wochenrückblick

Letzte Woche gab es wieder viel Neues für den Babybub zu entdecken. Er hat das erste Mal 20161101_182448Erbsen gegessen und seine ganz eigene Technik zum Transport selbiger vom Tisch zum Mund gefunden. Pinzettengriff kann er nämlich noch nicht. Aber mit dem Zeigefinger zur geballten Hand drücken und dann zum Mund heben, das ging super. Es war so schön ihn dabei zu beobachten, wie konzentriert er an seiner Technik gefeilt hat, wie er alles andere von diesem Menü links liegen lassen und nach mehr Erbsen verlangt hat, um weiter zu perfektionieren, was noch nicht so recht klappen wollte.

Was wir diese Woche auch noch hatten, war ein Ausflug zum Chinesen ums Eck. Da gehen wir nur sehr selten hin, aber die Kinder lieben ihn, weil er die besten Pommes weit und breit hat. Ja, Pommes. Beim Chinesen. Na jedenfalls waren wir chinesisch essen und da ist es gar nicht so leicht, was babytaugliches zu finden. Schließlich ist mir aber eingefallen, dass wir vor einigen Jahren schon einmal vor diesem20161110_135358 Problem standen und wir uns damals für Maki entschieden haben. Deshalb haben wir Gurken-Maki bestellt und das hat sich erneut als ideal erwiesen. Konnte der Babybub super greifen und zum Mund führen und wenn er nicht so übermüdet gewesen wär, hätte er es wohl noch mehr genossen. Leider waren alle drei kränkelnd und müd und das gesamte Essen war ziemlich unentspannt…und mehrmals hab ich mich gefragt: warum eigentlich haben wir’s nicht nach Hause bestellt?

Den Rest der Woche wurde frisch gekocht. Es gab Nudeln mit Paprika-Gemüse, Focacce, Spinatspätzle, Paprika-Hühner-Reis, Kartoffelgulasch, Brokkolicremesuppe und Fleischlaibchen mit Spinat und Kartoffelpüree. Letzteres hab ich für den Blog mitgeschrieben und fotografiert. 😊

 

Faschierte Spinatlaibchen und Kartoffelpüree

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  • 400g Faschiertes (Hackfleisch für die Nichtösterreicher)
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 200g Blattspinat
  • 1 Ei
  • 5-6 EL Vollkornbrösel

 

  • 1,5kg Kartoffeln
  • ca. 250ml Milch
  • Muskatnuss

20161110_131713Die Zwiebeln schälen und fein hacken, Knoblauchzehen schälen und pressen. Den Blattspinat halb auftauen und ebenfalls fein hacken. Dann mit dem Faschierten, Zwiebeln, Knoblauch, dem Ei und Bröseln vermischen und mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen.

Dann zu Laibchen formen und in einer Pfanne in hitzebeständigem Öl auf beiden Seiten bei mittlerer Hitze rausbraten. Die ersten zwei Laibchen hab ich fürs Baby gemacht, danach die 20161110_162749Fleischmasse gesalzen und noch mal durchgeknetet und dann die restlichen Laibchen gebraten. Ich halte die Laibchen immer bei etwa 80 Grad im Backrohr warm, während ich das Püree koche.

Für das Püree die Kartoffeln schälen, in mittelgroße Stücke schneiden und in einem großen Topf mit reichlich Wasser aufkochen. Ca. 15 Minuten köcheln lassen. Danach werden die Kartoffeln püriert. Ich mache das seit ein paar Jahren gern mit der Flotten Lotte. Früher hab ich eine ganz altmodische Kartoffelwippe benutzt, die bekommt man fast nur noch auf Jahrmärkten.

Daneben die Milch erwärmen und nach und nach mit den gepressten Kartoffeln verrühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Muskatnuss würzen, etwas fürs Baby rausgeben und den Rest für die anderen salzen.

 

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Viel Spaß beim Nachkochen!

Eure Mariella.

 

Hochstuhl-Freiheiten

Vorgestern war es so weit. 2,5 Wochen nachdem er sich das erste mal aufgesetzt hat, sitzt der Babybub sicher genug, stabil genug, um seine Mahlzeiten ab sofort im Hochstuhl sitzend einzunehmen. So sehr wir den Wechsel vom Schoß in den Hochstuhl auch bei jedem Kind noch herbei gesehnt haben, sind wir doch auch jedes mal wieder recht sentimental. Ein weiterer Schritt im unaufhaltsamen Abnabelungsprozess ist getan. Unwiderruflich ist damit eine Babyphase zu Ende gegangen, an die uns schon bald nur mehr Fotos erinnern werden.

Natürlich ist es gut, dass es so ist. Natürlich sollen unsere Kinder selbstständig werden und sich abnabeln und natürlich gehen mit dem Umzug in den Hochstuhl auch jede Menge 018aawiedergewonnener Freiheiten für uns einher. Wieder essen mit beiden Händen! Sich nicht mehr nach dem Essen umziehen müssen! Nicht mehr alles am Tisch parat haben müssen, weil man kann ja jetzt wieder problemlos während den Mahlzeiten aufstehen, ohne den Babybub in seinem Tun zu unterbrechen.
Am Schönsten finde ich ja, dass er mit diesem Entwicklungsschritt mehr in die Mitte der Familie gerückt ist. Tatsächlich ein Stück weg von uns Eltern, aber näher hin zu seinen Brüdern. Jetzt sitzen nicht mehr die zwei Großen und wir mit dem Baby am Tisch, sondern jetzt sind es wir Eltern mit unseren drei Kindern. Ein ganz kleiner Unterschied, vielleicht unsichtbar für Außenstehende, aber intensiv spürbar für uns.

Spätestens also wenn das Baby so sicher und stabil sitzt, dass es in den Hochstuhl übersiedeln kann, stellt sich die Frage: welchen Hochstuhl nehmen wir? Auch wir sind vor 5 Jahren vor dieser Entscheidung gestanden. Aus dem bereits elternseienden Freundeskreis kam einsilbig der gleiche Tipp: Tripp Trapp. Wir waren dennoch zuerst skeptisch, weil: mein Gott, muss es schon wieder der teuerste Hochstuhl sein? (wir hatten zu dem Zeitpunkt ja schon einen 800€ Kinderwagen nutzlos rumstehen…) (und ja, ich weiß, es gibt noch teurere Designerteile)
Überzeugt hat uns dann aber der Besuch bei Freunden, deren Tochter zwei Jahre älter als unser erster Sohn ist. Denn auch dort stand ein Tripp Trapp am Tisch und als ich nachfragen wollte, wo sie ihn denn gekauft hätten, erfuhren wir, dass dies der 27 Jahre alte Tripp Trapp des Vaters war.

So haben auch wir uns für den Tripp Trapp entschieden. Ich mag, dass ich ihn ganz nah zum Tisch hinschieben kann. Ich mag, dass er beim Herumturnen nicht kippt. Ich mag, dass er quasi unkaputtbar ist.

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der große Sohn als Baby im Hochstuhl

Ich mag das schlichte Design. Ich mag, dass er problemlos mitwächst und dem 8 Monate alten Baby so toll passt wie dem 6-jährigen (braucht ein 6-jähriger noch einen Hochstuhl? Jein. Aber wenn er schon da ist, wird er auch gern verwendet). Ich mag, dass er über Generationen hält und an meine Enkelkinder weitervererbt werden kann. Und ich mag manchmal auch selbst drauf sitzen. Und das hält er aus. Was ich eigentlich nicht mag, ist hier Werbung machen. Aber unter den Hochstühlen ist meines Erachtens der Tripp Trapp tatsächlich konkurrenzlos. Wir haben natürlich in den letzten Jahren auch andere Hochstühle ausprobiert, aber oft war das Problem, dass man sie nicht nah genug zum Tisch schieben konnte, dass sie gekippt sind, dass sie wackelig waren. Und deshalb hab ich gestern unseren dritten Tripp Trapp vom Dachboden geholt (ich kaufe ja aus ökologischen wie ökonomischen Gründen fast alles gebraucht, deshalb stand der dritte Tripp Trapp schon fast ein Jahr bereit und wartete auf seinen Einsatz), das Babyset montiert, die Füße zwecks Bodenschonung befilzpatscherlt und dann den idealen Platz am Tisch gesucht. Das war gar nicht so einfach, weil die beiden Großen beide neben mir sitzen wollen, wir aber gerne den Babybub zwischen uns Erwachsenen hätten, weil wir so beide helfend eingreifen können und nicht nur immer einer zum Zug kommt. Runtergefallenes Essen wieder aufheben wär so eine Aufgabe. Den Wasserbecher reichen. Runtergefallenes Essen wieder aufheben. 😉 So halt. Letztlich haben wir uns dafür entschieden, dass der Babybub den Vorsitz übernimmt, er sitzt jetzt am Kopf der Tafel, an der einen Längsseite dann ich und der große Sohn, auf der anderen mein Mann und der mittlere Sohn. Wie lang das gut geht, bis auch der Mittlere wieder neben mir sitzen will, werden wir sehen. Vielleicht bis morgen. Oder sogar Montag.

Gestern gab es dann das erste Frühstück im Hochstuhl für den Babybub. Schon sehr viel wiedergewonnene Freiheit für mich. Grad in der Früh (alle Mütter von mehreren Kindern

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der mittlere Sohn als Baby im Tripp Trapp

werden mir zustimmen) ist’s immer stressig und es gibt viel zu tun, bevor wir aus dem Haus gehen….meist mach ich in der Früh die Wäsche, such die Kindergartenrucksäcke, wasch die Jausenboxen, mach das Frühstück, mach die Jausen, helf den Kindern beim Anziehen, assistiere beim Zähneputzen und Waschen, räum den Geschirrspüler aus, wenn es sich ausgeht, les ich auch noch was vor oder wir spielen was (wenn um 5 Tagwache ist, dann ist für sowas Zeit übrig)…. Na jedenfalls ist es hilfreich, wenn in der Zeit auch das Baby mit den anderen am Tisch sitzt und frühstückt und mal kurzfristig nicht herumgetragen werden will.

Dem Babybub gefällt seine neu gewonnene Freiheit ebenfalls. Sofort bei der ersten Gelegenheit hat er entdeckt, dass man da wunderbar alles Greifbare auf den Boden werfen kann. 025aUnd dann liegt’s unten. Einfach so. Und war doch grad noch am Tisch…und in der Hand…und liegt jetzt unten, und…nein, liegt immer noch unten…. Hach, ich liebe diese Phase. Nein, im Ernst! Ich liebe es, die Kinder in dieser Phase zu beobachten. Ja, für uns ist das vielleicht einfach nur Runterschmeißen, aber für das Baby ist auch das ein so gewaltiger Lernprozess. Es ist ein Lernen von physikalischen Gegebenheiten, davon, wo etwas hingeht wenn es vom Tisch fällt, wie sich das anhört, anfühlt, wie es aussieht, wenn’s unten liegt, ob’s wohl wieder raufkommt? Kinder lernen immer, egal was sie tun. Auch wenn es für uns vielleicht auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist. Aber wenn man dann einen Schritt zurück macht und sein Kind beobachtet, ist es meist glasklar, dass jedes „Spiel“ in Wahrheit ein Lernprozess ist.
Im Hochstuhl ergeben sich nun also jede Menge neue Möglichkeiten, zu lernen und zu erfahren. Definitiv wird die Sauerei mit dem freien Sitzen größer. Der Radius erweitert sich, wenn das Kind nicht mehr am Schoß sitzt. Sowohl am Tisch, als auch rund um den Stuhl herum wird das kreative Chaos ausgeweitet. Nach dem Essen muss sich jetzt einer erbarmen und das eingesaute Kind waschen gehen. Der andere putzt Tisch, Tripp Trapp und Boden. Arbeitsteilung ist das halbe Leben mit Kindern. Bei den Mahlzeiten, wo mein Mann nicht hier ist, hab ich natürlich allein das volle Vergnügen. Dann zuerst Baby waschen und schauen, dass in der Zeit niemand in den Essensrestegatsch am Boden steigt oder krabbelt oder fällt oder kriecht. Danach dann Tisch, Tripp Trapp, Boden säubern.

Ich freue mich sehr über diese neuen Entwicklungen, darüber, dass ich dem Babybub jetzt beim Essen und Erfahren zuschauen kann, dass er mit uns am Tisch sitzt, mit seinen Brüdern, dass wir jetzt drei Tripp Trapps hier stehen haben….das ist so ein schönes Familiengefühl.

 

Eure Mariella.

 

REZEPT: Apfelstrudelschnecken

Neulich hat meine Mutter Apfelstrudel gebacken. Der geht ja, weil die Äpfel so viel Süße abgeben, ganz ohne Zucker und ist eigentlich perfekt für Beikostbabys. Nur konnte der Babybub die Apfelstrudelstücke nicht gut in den Händen halten, sie sind in seinen Händen zerfallen, zermatscht, zu Boden gesegelt. Riesen Sauerei halt. Da hab ich mir gedacht: den Apfelstrudel müsst man nur in eine andere Form bringen. Gesagt, getan.

 

Apfelstrudelschnecken

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  • 1 Rolle Blätterteig (oder Strudelteig, funktioniert auch!)
  • 3-4 Äpfel
  • Brösel
  • geriebene Nüsse
  • Zimt
  • ev. Rosinen

 

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Den Blätter- oder Strudelteig ausrollen. Mit Brösel bestreuen. Äpfel schälen und reiben und auf den Bröseln verteilen. Darauf nun geriebene Nüsse, Zimt, ev. Rosinen und abschließend noch einmal Brösel. Die Teigränder rundherum mit verquirltem Ei einstreichen.

 

 

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Den Teig von der langen Seite her einrollen. Beim Strudelteig funktioniert das am Besten, wenn man drunter ein feuchtes Geschirrtuch legt und den Strudel mit dessen Hilfe einrollt, dabei immer wieder den Strudel fest andrücken.

 

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Anschließend die Rolle in ca. 1-2cm dicke Scheiben schneiden und mit der Schnittfläche nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.

Mit dem restlichen verquirlten Ei bestreichen und bei 200°C Grad ca. 10-15 Minuten backen.

 

Viel Spaß beim Nachkochen!

Eure Mariella.