REZEPT: Pizzaquickies

Eigentlich habe ich ein paar halbfertige theoretische Beiträge unter den Entwürfen für diesen Blog, aber mir fehlt grad wieder die Zeit, um sie zu vollenden. Neben meinem zeitintensiven, neuen Herzensprojekt, der Ausbildung zur Positive Birth® Kursleiterin und der Planung und Gestaltung meiner ersten Kurse ab März, habe ich hier auch noch zwei erkrankte Kinder und Semesterferien. Ich liebe ja Ferien, ich habe die Kinder sehr gerne viel daheim, weil da allgemein bei uns die Stimmung um Welten besser ist, als an den Kindergartentagen. Ich weiß, dass es bei vielen genau umgekehrt ist, aber hier wachsen die Kinder erst so richtig zusammen, wenn der Kindergarten unseren Tagesablauf nicht „stört“. War schon immer so. Nur zum Arbeiten komm ich während der Ferien eher wenig.
Weil ich mir aber doch immer wieder Zeit abzwicke, um an meinen Projekten weiterzuwerkeln, hab ich manchmal weniger Zeit zum Kochen übrig und dann sind schnelle, kreative Ideen gefragt, die auch das – heute schon 11 Monate alte! – Beikostbaby essen kann. Und so entstanden heute die Pizzaquickies. Und viel erwähnenswerter, als dass das Beikostbaby sie verschlungen hat, ist eigentlich, dass der äußerst heikle 3-jährige sie gegessen hat! Echt wahr! Ich hab’s fotografiert.

 

Pizzaquickies

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  • Aufbackbrötchen nach Wahl (auch möglich: Brotscheiben, auch von selbstgebackenem)
  • Basilikum-Oregano-Pesto
    • 1 Topf Basilikum (davon die Blätter)
    • ein paar Stengel Oregano (davon die Blätter)
    • 2 Knoblauchzehen (geschält)
    • 5EL Parmesan (gerieben)
    • 3EL Sesam
    • 7EL Olivenöl
    • Pfeffer
  • 1 Packung Mozzarella
  • ein paar Cocktailtomaten

Zunächst das Pesto zubereiten: alle Zutaten außer dem Parmesan in eine Schüssel geben und mit dem Pürierstab pürieren. Dann den Parmesan unterrühren. Fürs Baby eine Portion raus und den Rest noch mit Salz vermengen.

Mozzarella in Scheiben schneiden. Cocktailtomaten halbieren.

Die Brötchen halbieren oder das Brot in Scheiben schneiden, mit Pesto bestreichen, mit Mozzarellascheiben und Tomaten belegen. Bei 200° Grad auf mittlerer Schiene für ca. 6 Minuten überbacken.
Unbedingt fürs Baby ein wenig abkühlen lassen, v.a. die Tomaten sind direkt aus dem Ofen brennheiß!

 

Viel Spaß beim Nach“kochen“!

 

Eure Mariella.

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2017

2016 ist Geschichte. Das Jahr, in dem mein dritter Sohn geboren wurde, ist vorbei. Ich finde es immer etwas schwierig, ein Jahr gehen zu lassen, in dem Mann ein Kind ruben1bekommen hat. Ich hänge an den Geburten, der Zeit im Wochenbett immer hinterher…allerdings ist es mir im Vergleich zu meinen anderen beiden Söhnen diesmal leichter gefallen, mich vom Geburtsjahr zu verabschieden. Ich denke, das hängt mit dem Zeitpunkt der Geburt zusammen – die anderen beiden sind Herbstkinder, da war die Geburt zu Silvester grad mal um die 3 Monate her, während diesmal beim Märzbaby die Geburt doch schon etwas länger zurückliegt. Ja solange sogar, dass der 1. Geburtstag des Babybuben schon bald bevorsteht!

Heute ist der Babybub genau 10 Monate alt. Er wird noch immer primär gestillt – unglaublich oft sogar, denn vorletzte Nacht habe ich mal mitgezählt, wie oft er nächtens eigentlich am Busen hängt und es waren unfassbare 18 Mal! 18 Mal in der Zeit von 19:30 bis 6:30 hat er gestillt. Und das war eine durchschnittliche Nacht, keine von den schlimmen. In den schlimmen Nächten dockt er nämlich einfach gar nicht ab. So sind unsere Nächte seit gut 10 Monaten. Ich weiß nicht, wieso man das aushält. Wie ist das überhaupt möglich, dass ich bei so einem exzessivem Schlafmangel noch funktioniere, noch aktiv sein, sogar noch arbeiten kann? Sind das die wunderbaren Stillhormone, die mich da hindurchtragen? Anders kann ich es mir gar nicht erklären.

Wir haben das neue Jahr, wie schon das vergangene auch, mit einer Kindersilvesterparty eingeläutet. Freunde der Kinder und deren Eltern, die wiederum Freunde von uns sind, waren zu Besuch, wir haben gegessen, gespielt, gebastelt, Konfetti im ganzen Haus verstreut, noch mehr gegessen und gegen 20 Uhr ein Sprühkerzenspektakel im Garten veranstaltet, ehe die Freunde nach Hause gefahren sind. Unsere drei sind dann erschöpft ins Bett gefallen und um Mitternacht haben wir sie auf ihren Wunsch hin zum Feuerwerkbestaunen nochmal geweckt. Wir haben im ersten Stock einen Ausblick über die ganze Stadt – herrlich zu Silvester! Die Kinder bekamen Saft und wir alkoholfreien Sekt und danach sind wir zurück in unsere Betten gekrochen.

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Und dann war der Jänner da. 2017. Ich mag Jänner und Februar ja nicht. Da ist bei mir meistens die Luft raus und doch steht das ganze Jahr vor mir und Tausend Projekte warten auf meinen Einsatz und eigentlich möcht ich mich nur im Bett verkriechen, weil’s draußen kalt und grau ist und ich sämtliche Energien für Weihnachten und Silvester aufgebraucht habe. Aber hilft ja nichts, man kann sich ja nicht ein Monat lang im Bett verkriechen. Und es ist auch schon viel Tolles im Jänner und Februar passiert. Da hab ich zum Beispiel vor 9 Jahren meinen Mann kennengelernt. Da hat sich 2010 unser erster Sohn zu uns auf den Weg gemacht. 2012 hab ich in der Zeit begonnen, als Trageberaterin zu arbeiten. 2013 haben wir erfahren, dass ich mit dem zweiten Sohn schwanger bin. 2014 habe ich im Jänner die Tragetreffen ins Leben gerufen. Also objektiv betrachtet sind Jänner und Februar super Monate in meinem Leben. Und tatsächlich kam der Antrieb auch heuer schneller zurück als gedacht und ich bin voller Tatendrang und freue mich wahnsinnig auf alles, was da heuer kommt.
Für mich stehen beruflich einige Veränderungen an, wir wollen am Haus etliches weiterbringen – zum Beispiel die Tür fürs Arbeitszimmer, das Geländer bei den Treppen in den Anbau oder die Terrasse warten darauf, finalisiert zu werden – mein ältester Sohn wird heuer eingeschult und noch ist die Schulentscheidung nicht 100%ig durch…. Der mittlere Sohn wird dann alleine im Kindergarten sein und ich bin gespannt, wie es ihm dabei ergeht. Wird er noch mehr aufblühen? Wird er verweigern? Überhaupt hat der gerade so einen enormen Entwicklungssprung hinter sich. Kein Kleinkind mehr, sondern so richtig 3 Jahre alt. Er versteht schon so viele Zusammenhänge, da komm ich oft gar nicht aus dem Staunen raus. Im Sommer wollen wir auch heuer wieder mit Freunden einen Hüttenurlaub verbringen, weil das letztes Jahr so ein wunderschönes Erlebnis war. Der Babybub wird zum Laufen anfangen und wahrscheinlich auch zum Sprechen! Er wird irgendwann im Laufe dieses Jahres mehr essen und weniger stillen. Derzeit sind wir noch weit davon entfernt, aber das beunruhigt mich keineswegs, denn es war bei meinen anderen Söhnen nicht anders. Bei beiden hat die Muttermilch in den ersten 1,5 Lebensjahren den Speiseplan dominiert, ehe sich dieses Verhältnis zwischen fester Nahrung und Milch geändert hat.

Und Neujahrsvorsätze? Hab ich eigentlich nie. Außer, dass ich mir jedes Jahr vornehme, die schönen Momente auf Zettel zu schreiben und alle in ein leeres Glas zu geben, um sie dann zum Jahresende gemeinsam hervorzuholen und noch einmal in diesen schönen Erinnerungen zu schwelgen. Das versuche ich heuer zum dritten Mal. Bisher hat das die ersten Wochen immer gut geklappt und so ab Mitte Februar/Anfang März hab ich dann komplett auf das Glas vergessen…
Sonst wollen der Mann und ich einfach wieder mehr Zeit miteinander verbringen. Das ist die letzten Monate oder sogar die letzten 1,5 Jahre viel zu kurz gekommen – was okay war, weil wir uns beide auf die Situation so eingelassen haben. Der Alltag als berufstätige Eltern von kleinen Kindern ist schon oft sehr anstrengend (wenn man daneben Haus baut noch mehr) und abends waren wir fast immer so erschöpft, dass wir gemeinsam mit den Kindern schlafen gegangen sind. Der Babybub ließ sich sowieso nicht ablegen, der konnte nur mit Körperkontakt schlafen… „So ist das halt mit Babys, die brauchen immer die Mama!“, hat mein Großer einmal gesagt, als ich gejammert hab. Recht hat er. So ist das halt einfach mit einem Baby. Aber es bleibt ja nicht für immer so, Kinder werden älter, das Baby schafft es irgendwann, 15-20 Minuten alleine im Bett zu schlafen und wir bekommen langsam wieder ein paar Minuten am Tag für uns zurück. Solange man an einem Strang zieht, solange wir beide da drin stecken, es für beide okay ist, eine gewisse Zeit lang weniger Paar und mehr Eltern zu sein, solange ist alles okay. Dennoch tut es mir gut, abends mal einfach nur ein paar Minuten ohne Kinder mit meinem Mann auf der Couch zu sitzen. Einfach einige Momente lang nur ich sein – wenn dann ausnahmsweise mal 30 Minuten keiner nach mir kräht, vermiss ich sie eh schon wieder, meine Kinder. 😉

Doch. Einen Vorsatz gibt es noch: ich möchte weniger Zeit mit meinem Handy und am Computer verbringen. Noch mehr im Hier und Jetzt und nicht nur körperlich anwesend sein für die Kinder. In diesem Sinne, weil ich sie grad hinter mir antraben höre, drehe ich den Computer jetzt ab und bin für heute fertig mit Schreiben.

Auf ein tolles Neues Jahr!

Eure Mariella.

Weihnachten

Über den Advent war es jetzt wieder ruhig hier. Weil einfach zu viel anderes zu tun war. Ich liebe Weihnachten, schon immer. Das ist eine ganz besondere und ganz wichtige Zeit für mich, die ich sehr, sehr genieße. Der einzige Stress, den ich mir mache, entspringt dem Wunsch, jede Sekunde der herrlichen Adventszeit und des Weihnachtstages und -abends  in vollen Zügen zu genießen. Das hieß für mich bisher: das Haus/die Wohnung dekorieren, Weihnachtskekse backen, Punsch kochen, auf Christkindlmärkte gehen, am Besten jedes Wochenende auf einen anderen und unter der Woche auch noch ein oder zwei, Weihnachtslieder hören und singen…. Ja. Früher war das zumindest so.
Mit Kindern schaut die Sache anders aus. Ich musste heuer erstmals erkennen – nein. Stimmt nicht. Ich habe es vor 3 Jahren schon erkannt. Richtig aber ist: ich musste heuer erstmals ANerkennen und ANnehmen, dass meine Adventszeitvorlieben, „mein“ Weihnachten mit Kindern nicht mehr so machbar ist wie früher und ich Dinge ändern muss. Christkindlmarktbesuche wurden auf ein Minimum reduziert. Es ist einfach sinnlos mit den Kindern. Maximal Einer hat Spaß, der Zweite Friert und der Dritte raunzt. Wir waren also einmal am Christkindlmarkt bei uns in der Stadt, da durften die Großen Zug und Karussell fahren und wir Erwachsenen haben inzwischen einen halben Kinderpunsch getrunken, die andere Hälfte abgekühlt um sie den Kindern anzubieten. Denn auch das ist so eine Sache: sie wollen Punsch, aber erst, wenn er kalt ist. Also Punsch kalt werden lassen, immer schön dabei wippend, damit das Baby nicht raunzt. Dann hatten alle Hunger und wir haben Pommes und Langos gekauft (aus Mangel an Alternativen in erster Linie), der Mittlere hat sich mit Ketchup beschmiert und wollte gewaschen werden (kreisch, brüll), der Große hat herumgezappelt, weil er aufs Klo musste und der Babybub hat einen Hysterischen bekommen, weil alle was gegessen haben, nur er nicht. Kann man sich vorstellen, wie entspannt das war? Der Babybub war nicht zu beruhigen. Normalerweise findet sich ja immer irgendwo ein altes Stück Brot oder Semmel in meiner Tasche, das im Notfall zur Babyberuhigung herhalten könnte – aber natürlich ausgerechnet an dem Abend nicht. Und weil ich sonst keinen Ausweg gesehen hab und die Geschäfte schon zu hatten (ich also auch nicht irgendwo ein Semmerl oder eine Banane kaufen konnte), hab ich das Undenkbare getan: das Baby hat ein Pommes Frites bekommen. Macht es die Sache besser, wenn ich erzähle, dass ich es davor zumindest abgeschleckt hab? So richtig rundherum, damit wenigstens das viele Salz abgeht?…. Wahrscheinlich nicht. Meinem 9 Monate alten Baby ein Pommes Frites geben – nie, nie, nie hätte ich das bei meinem ersten Kind gemacht. Nicht mal beim Zweiten. 20161204_085807aAber beim Dritten? Und das war nicht die einzige und nicht die erste Situation bei diesem Kind, wo ich zu anderen Lösungen greifen musste, als ich es bei meinen anderen beiden Kindern jemals getan hätte. Weil bei drei so jungen Kindern oftmals nicht mehr das Ideal, das Optimum, das absolut korrekte, vorzeigbare Öko-Mutter-Gehabe im Vordergrund steht, sondern schlicht und ergreifend die Deeskalation einer Situation. Und deshalb hat der Babybub ein von mir abgeschlecktes Pommes Frites gegessen. Und zufrieden war er.
Als wir nach Hause gefahren sind, der Mann und ich erschöpft und müd, hoffend aber, dass wir den Kindern zumindest einen erinnerungswürdigen Vorweihnachtsausflug beschert haben, musste ich mir eingestehen: so geht das einfach nicht. Mein Plan, jedes Wochenende einen anderen Christkindlmarkt zu besuchen, ist an Ort und Stelle Plan B gewichen, nämlich möglichst wenige Märkte aufzusuchen und die Zeit anderweitig, für die gesamte Familie sinnvoller und dennoch vorweihnachtlich zu verbringen. Die Idealvorstellung – wir am Weihnachtsmarkt, die Kinder rennen fröhlich lachend durch die Reihen und spielen fangen oder beschäftigen sich anderweitig selbst, während wir in Ruhe (haha! Da lachen alle Eltern mit 😉 ) unsere Punsch trinken, ist Bullshit. Aber so richtig. Nonsense. Absolute Utopie. Aus meinem Kopf zu streichen. Auch Berge von Weihnachtskeksen backen, so wie ich das früher gern gemacht habe: geht nicht. Stress pur! Kinder, die mitmachen wollen, während ich Schweißausbrüche durchlebe wenn sie meinen Teig zu Tode kneten, ihre ungewaschenen Fingerchen in den sauber ausgerollten Teig stecken, die Kekse unsauber ausstechen…. Nein, so funktioniert das nicht mehr als Familie. Und tatsächlich ist mir ja eines viel Wichtiger als alles andere: meine Kinder sollen sich an eine schöne (Vor-)Weihnachtszeit zurückerinnern. Und das heißt: adios Perfektionismus! Willkommen Leben, Liebe, Lachen! Wir haben hässliche Kekse gebacken die überhaupt nicht gut schmecken – img_1914aund wir hatten so einen Spaß dabei! Die Hälfte der Vanillekipferl waren gar keine Kipferl, die andere Hälfte ist zerbrochen. Aber die Kinder hatten eine Freude dabei, den Teig zu kneten, zu rollen und sowas wie Kipferl zu formen. Weihnachtsdeko reduziert auf die paar Dinge, die die Kinder mit mir basteln wollten. Nicht perfekt, aber mit Liebe und Lachen gefertigt. Weihnachtslieder haben wir in der Endlosschleife gesungen. Zumindest eins, nämlich das aus dem Kindergarten: öffne doch, ach öffne doch dem Nikolaus die Tür…. vollkommen ausreichend und lauthals in die Welt geschrien. Ich wollte BLW-Kekse backen. Weil perfekte Mutter und so. Ging aber nicht. Keine Zeit. Also, weil ich das jetzt beim dritten Kind (und ich weiß, ich wiederhol mich da, aber ich hätte das wirklich bei keinem der anderen Kinder gemacht und dieses wunderbare dritte Kind hat mich in eine neue Dimension gehoben) lockerer seh, hat er ein normales Keks bekommen. So richtig mit Zucker drin. Hat ihm dann aber eh gar nicht soooo toll geschmeckt. Jedenfalls wollte er kein zweites. Und es wurde auch kein Zuckerjunkie aus ihm. Und er bekommt deswegen jetzt auch nicht jeden Tag was mit Zucker. Oder jede Woche. Es war einfach eine unspektakuläre Ausnahme. Ähnlich wie das Pommes Frites.

Weihnachten war dann auch wirklich sehr schön und sehr entspannt mit unseren Kindern und der Oma und dem Freund von der Oma. Es gab, wie leider immer bei uns, dann letztlich doch zimg_1941au viele Geschenke, dafür leuchtende Kinderaugen, einen wahnsinnig stimmungsvollen Abend und ein herrliches Fondue. Wir essen jedes Jahr zu Weihnachten Fondue, schon seit Jahrzehnten war das in meiner Herkunftsfamilie so und ich habe es in meine eigene Familie mitgenommen. Kann man toll vorbereiten und dann drei Tage lang essen, ohne dass ich jemals in den Feiertagen am Herd stehen muss. Den Kindern schmeckt’s und für den Babybub war auch was dabei. Der bekam Brot und Hühnerfleisch und hätte auch von den selbstgemachten Saucen kosten dürfen, war aber leider an allen drei Tagen abends bereits so müde, dass er nicht mehr wirklich am Essen teilnehmen wollte bzw. davor oder dabei eingeschlafen ist. Nach den Feiertagen gab es dann Rindsrouladen bei der Oma, davon – voll gesalzen und in der Sauce – durfte er dann auch kosten, wollte es aber gar nicht. So viel Fleisch wie in der letzten Woche haben wir schon seit Ewigkeiten nicht mehr gegessen, deshalb steht jetzt mal ein bissl was Fleischloseres am Programm. Außerdem bin ich jetzt in den Ferien etwas kochfaul geworden. Ich hab auch Urlaub und will mich gern anderen Dingen wimen. Der Nähmaschine zum Beispiel. Oder den Kindern vorlesen und Spiele mit ihnen spielen. Der große Sohn lernt sich gerade lesen und braucht da immer wieder mal meine Unterstützung, auch das nimmt Zeit in Anspruch, die ich lieber mit ihm als am Herd verbringen mag. Deshalb müssen es derzeit simple Dinge tun. Brokkolisuppe und Brot. Pellkartoffeln mit den restlichen Saucen von Weihnachten. Kartfoffelgulasch. Käsetoasts. Von all dem kann der Babybub schon problemlos mitessen, der verkraftet das auch, wenn Mutter und Küche im Feiertagsmodus sind.

Was sich beim Babybub sonst noch so getan hat erzähl ich euch demnächst. 🙂

 

Eure Mariella.

Trinken – Teil 1: von Gläsern, Bechern, Flaschen und Plantschfreuden

In den ersten Monaten seines Lebens bekommt ein gestilltes Baby alles, was es braucht, durch die Muttermilch. Die Milch stillt seinen Hunger, sie löscht den Durst, sie ist Trost und Vertrautheit und Liebe und Nähe. Ein nach Bedarf vollgestilltes Baby braucht sonst überhaupt nichts – keinen Tee, kein Wasser, keinen Saft oder sonstwas. Nichtmal im Hochsommer ist es da notwendig, dem Baby zusätzlich etwas zu Trinken zu geben.

Das Thema Trinken wird also erst mit Beikostbeginn interessant. Grundsätzlich gilt beim Trinken das Gleiche wie beim Essen: anbieten und machen lassen. Der einzige Unterschied ist, dass das Baby da am 20160901_102714Anfang sehr wohl Unterstützung brauchen kann, weil es anfangs vielleicht noch nicht gelingt, das Glas alleine zum Mund zu führen und zu halten.
Für Babys gibt es eine Vielzahl an eigens konzipierten Trinkbehältnissen. Von Schnabeltassen über Doidy Cups (ich weiß gar nicht, wie’s heut um die bestellt ist, aber bei meinem ersten Sohn war das quasi das must have unter all den Trinkbehältnissen) und Magic Cups hin zu Flaschen mit verschiedensten Trinköffnungen zum Beispiel von Klean Kanteen oder Pura Kiki, oder auch ganz klassische Sportaufsätze für Emil Flaschen oder ganz normalen Edelstahlflaschen. Was man verwendet, bleibt jedem einzelnen letztlich selbst überlassen und über Vor- und Nachteile, Sinn und Unsinn derartiger Behältnisse lässt sich auch bestimmt diskutieren. Ich möchte zur Kaufentscheidung da eigentlich nur einen einzigen Gedanken mit auf den Weg geben: man kann ganz schön viel Geld machen, wenn man die Eltern glauben lässt, dass das Kind nicht aus einem normalen Becher trinken kann.

Bei meinen Kindern ist mir bei der Beikosteinführung wichtig, dass sie möglichst natürlich und möglichst unaufwendig in den Familienkreis hineinwachsen. Und gleiches gilt daher auch beim Trinken. Alle drei Söhne haben aus ganz normalen Gläsern und Bechern trinken gelernt, wie wir sie zuhause haben. Tatsächlich hat sich das aber zufällig so ergeben, weil der erste Sohn kurz vor seinem Beikoststart das Wasserglas des Mannes geschnappt, entschlossen zu seinen Lippen geführt und einen Schluck getrunken hat. Das war einer der Momente, an die ich mich Jahre später noch so lebhaft erinnere. Wir waren beide erstaunt und überrascht, andererseits hatten wir schon lange davor beobachtet, wie Konstantins Blick an unseren Gläsern haftete, wenn wir daraus getrunken haben. Und da war uns schnell klar: das Kind will tun, wie wir tun. Der will keinen eigenen Babybecher haben, der will teilhaben, der will mitmachen, der kann aus einem ganz normalen Glas trinken lernen! Dazu kamen dann auch noch unsere Vorbehalte gegenüber Trinkbehältnissen aus Kunststoffen (und einer möglichen Absonderung von Weichmachern) und da war rasch geklärt: unser Kind lernt aus unseren Gläsern trinken.
Wir hatten Glück, dass der erste Sohn auch kein besonders geschäftiger Runterschmeißer war. Eigentlich ging gar nichts zu Bruch bei ihm. Beim zweiten Sohn war das dann gänzlich anders. Der hat alles runtergeschmissen und kaputt gemacht, deshalb sind wir dann auf Bambusbecher ausgewichen.
Der zweite Sohn hatte außerdem eine wirklich nervtötende Angewohnheit: nach jeder Mahlzeit nahm er sein noch halbvolles Glas und leerte es auf dem Tisch aus. Und das hat er gemacht, bis er 1,5 Jahre alt war. Wahrscheinlich hätten ihm da viele Eltern schon kein Glas mehr hingestellt. Und natürlich waren wir auch davon genervt. Sehr. Am Anfang ist sowas ja noch witzig und irgendwie süß, aber die Begeisterung schwindet mit der Zeit. Und dann ist es nur mehr mühsam. Wir hatten dann halt immer schon eine Mullwindel zum Aufwischen bereit bzw. haben wir teilweise dann doch versucht, rechtzeitig hinzugreifen und das Glas grad noch seinen kippenden Händchen zu entziehen. Eine andere Mutter gab mir dann den Tip mit dem Magic Cup. Das ist ein Becher, aus dem man zwar trinken kann, der sich aber nicht ausleeren lässt. Prinzipiell war die Idee gut, aber ich konnte mich dennoch nicht damit anfreunden, denn offenbar ging es ihm ja ums Ausleeren. Kinder lernen immer, davon bin ich eben überzeugt. Nur weil wir einen Lernprozess nicht verstehen, heißt das nicht, dass er nicht stattfindet. Und ich war mir sicher, dass es ein Lernprozess war, der ihn dazu brachte, Tag für Tag und Mahlzeit für Mahlzeit sein Glas auszuleeren. Und eines Tages würde dieser Prozess auch seinen Abschluss finden. Ihn vorzeitig zu unterbinden wollte mir doch so gar nicht zusagen. Und ich mein, bitte, es ist ja nur Wasser. Gleich wieder weggewischt und tut auch niemandem weh. Was würde er hingegen lernen, wenn ich ihm einen nicht ausleerbaren Zauberbecher hinstelle? Nichts, außer dass Mama ihn ausgetrickst hat. Auch blöd.
Nach etwa einem Jahr war es dann auch wirklich so weit, und der Lernprozess war vorbei. Einfach so hat er eines Tages sein Glas nicht mehr ausgeschüttet und auch nie wieder damit angefangen.

Die anderen beiden Söhne, also der Große und der Kleine, waren bzw. sind „Händchenbademeister“. 20161108_063209Das Element Wasser ist für Kinder natürlich äußerst faszinierend und statt ausleeren beschäftig(t)en die beiden sich mit dem Wasserglas lieber als Minibadeanstalt. Das Händchen wird hineingetaucht und das Wasser erfühlt, ertastet, erspürt, das Händchen wieder rausgezogen, nochmal rein oder vielleicht auch nur die Finger. Und klar, manchmal fällt das Glas dann auch um. Aber es ist ja nur Wasser.

Wie mit dem Essen, ist es mir auch mit dem Trinken wichtig, dass die Kinder ihre ganz eigenen Erfahrungen machen dürfen – in unserem geschützten Rahmen. Sie sollen das Essen wie auch das Trinken beGreifen können, und da gehört ein Herumgeplantsche nunmal dazu.

Welche Getränke für Babys im 1. Lebensjahr überhaupt in Frage kommen und wie wir das so machen mit Säften, Tee, Kakao und Co. erzähl ich euch demnächst im zweiten Teil zum Thema Trinken.

Eure Mariella.

 

 

 

Kranke Babys

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Ein krankes Baby hat meist kein Interesse an Beikost. Relativ wurscht, zu welchem Zeitpunkt der Beikosteinführung das Kind erkrankt. Wir hatten die Situation gerade. Der Babybub hatte das Dreitagefieber. Das ist ja so ein blöder Virus, bei dem man erst im Nachhinein weiß, dass er’s war. Nämlich dann, wenn das Fieber wieder weg ist und der Punkteausschlag kommt. Und nachdem es ja nicht das erste Kind bei uns ist, ist es natürlich permanent irgendwelchen Krankheitserregern ausgesetzt. Allein im Kindergarten, bei dem wir täglich ein und aus gehen, kursieren zurzeit zwei verschiedene virale und hochansteckende Erkrankungen, nämlich Scharlach und Feuchtblattern. Da sind wir mit dem Dreitagefieber eigentlich ziemlich zufrieden, weil es nicht so lang dauert und nur kurzfristige Quarantäne bedeutet.

Egal welche Krankheit das Baby aber erwischt, ganz klassisch ist, dass das Baby dann keine Lust mehr auf Beikost hat. Eh logisch, ihm geht’s ja nicht gut. Ich hab auch keine Lust auf Essen, wenn ich krank bin. Umso praktischer ist es da, wenn man schon zuvor Stillmahlzeiten gar nicht erst reduziert, sondern weiter nach Bedarf gestillt hat. 🙂 Beim kranken Baby erhöht sich dann eben dieser Bedarf vorübergehend und da die Muttermilch immer noch alles beinhaltet, was das Baby eigentlich braucht, spricht auch nix dagegen, dass das Kind für ein paar Tage mehr oder weniger wieder zum Vollstillen zurückkehrt. Der Babybub ist diese drei Fiebertage ausschließlich am Busen gehangen – oder im Tragetuch. Was anderes gab’s da nicht. Die Muttermilch hat ihn ausreichend versorgt, besonders auch mit genügend Flüssigkeit. Da braucht man sich keine Sorgen machen, dass das Baby nicht genug trinken könnte bei hohem Fieber.

Nun haben wir es aber überstanden, der Ausschlag ist auch schon im Abklingen und dann hat uns der normale Alltag wieder. Ich hab ein paar Rezepte, die ich demnächst hier posten möchte und unbedingt möchte ich ganz bald schon aufs Thema Trinken eingehen, weil ich da so oft gefragt werde.

Bis bald!

Eure Mariella.

Suppen und breiartige Speisen

Auch wenn mein Blog „Beikost ohne Brei“ heißt und von unserem Alltag mit baby-led weaning handelt, ist BLW nicht zwingend gleichbedeutend mit breifrei. BLW bedeutet ja lediglich, dass das Baby selbst isst und sich in Folge dessen selbstbestimmt abstillt. Sehr oft habe ich schon gesehen, dass der Begriff BLW fehlinterpretiert und mit Fingerfood verwechselt wird.
„Baby-led weaning“ bedeutet übersetzt nichts anderes als „vom Baby geführtes Abstillen“. Der Begriff selbst gibt also keinerlei Auskunft darüber, ob ein Baby Brei oder Fingerfood isst. Er steht für eine Form der Beikosteinführung, in der ein Baby nicht gefüttert wird, sondern selbst isst. Und weil es fürs Kind einfacher ist, feste Kost in die Hand zu nehmen und zum Mund zu führen, weil aber auch die Familienkost, die ein BLW-Baby von Anfang an mitisst, in unseren Breitengraden eher selten breiförmig und doch meistens in fester Form vorkommt, gibt es bei einer Beikosteinführung dieser Form primär feste Kost für das Kind.

  • BLW = Baby Led Weaning = vom Baby bestimmtes Abstillen. Form der Beikosteinführung, bei der das Baby nicht gefüttert wird und von Anfang an die Familienkost mitisst.
  • Fingerfood = Nahrungsmittel, die mit Fingern gegessen werden. Aus praktischen Gründen meist in fester Form, gern aber mit Dips.

Wer Fingerfood gibt, macht noch längst nicht BLW. Wer BLW macht, bietet längst nicht nur Fingerfood in fester Form an.

Jetzt zum Beispiel im Herbst gibt es bei uns öfter mal Suppen. Die Kinder mögen Suppen sehr gern, da ist es meistens sogar egal, welches Gemüse püriert wurde. Eigentlich immer essen sie sie mit Backerbsen. Das ist dann natürlich nicht so super gesund, aber na ja, 20161119_172216immerhin essen sie, was ich gekocht hab, da darf man nicht weiter heikel sein (auch wenn’s mir manchmal das Herz zerreißt, wenn sie z.B. meine indische Pastinakensuppe oder die feine Fenchelcremesuppe unter Backerbsen vergraben…). Suppen kochen geht sehr einfach, ich brate zunächst meist Zwiebel an, ev. Knoblauch dazu, geschnittenes Gemüse hinein, mit Wasser aufgießen, 20-25 Minuten köcheln lassen, pürieren, würzen, fertig. Das ist die Grundlage fast aller meiner Suppen. Manchmal betreibe ich etwas mehr Aufwand und mach eine Hühnersuppe oder was anderes Spezielles. Meistens aber pürierte Gemüsesuppen. Mögen halt die Kinder so gern. Sonst hab ich hier ja jetzt nicht so die Gemüsefreunde am Tisch sitzen.
Manchmal gibt es auch andere breiförmige Speisen bei uns. Kartoffelpüree zum Beispiel. Hummus. Dillsauce. Sowas in der Art. Das ist aber deutlich seltener. Suppen hingegen, eben grad jetzt im Herbst, gibt’s mindestens einmal wöchentlich.

Was aber tun mit dem BLW-Baby wenn Suppen und Breie am Speiseplan stehen?
Das kommt ein bisschen aufs Alter drauf an. 20161120_120039Mit 6 Monaten macht es praktisch keinen Sinn, dem Baby ein Schälchen Suppe hinzustellen. Das fliegt entweder gleich vom Tisch oder wird nur entleert oder fällt um. Mit 8 Monaten hingegen geht Suppe schon ganz gut. Klar wird die auch ausgeleert, wird reingegatscht, verschmiert, verteilt und nur wenig davon gegessen. Auch die Schüssel landet immer wieder mal am Boden. Aber das Baby nimmt in dem Alter schon gern den zugehörigen Löffel zur Hand und übt. Übt das Löffeln, übt den Umgang mit dieser schwierigen Konsistenz. Denn Brei mag zwar leichter zu schlucken sein als feste Kost, zum Mund hingegen kommt er nur schwer.
Wenn man Suppe also noch nicht geben kann/will, dann bietet es sich an, einen Bestandteil der Suppe vor dem Pürieren herauszunehmen. Das kann jedes Gemüse sein, aber auch Fleisch oder was auch immer Teil der Speise ist. Ich hab euch hier mal ein paar erprobte Tipps aus unserem Alltag zusammengesammelt.

am Speiseplan steht….

  • pürierte Gemüsesuppe
    • Beikostanfänger: das Gemüse, das für die Suppe verwendet wird, größer schneiden, sodass es gut vom Kind in die Hand genommen werden kann. Für das Baby vor dem Salzen Gemüse entnehmen und abkühlen lassen, danach erst für die restliche Familie pürieren.
    • Beikostfortgeschrittene: die Suppe mit etwas weniger Wasser kochen (gerade so, dass das Gemüse gut bedeckt ist; bei stark wässerndem Gemüse wie Zucchini weniger Wasser nehmen), zu einem dicken Brei pürieren, vor dem Salzen etwas fürs Baby entnehmen. Dann noch Wasser zugießen und für die restliche Familie fertig zubereiten. Bei Cremesuppen darf Rahm/Obers auch schon in die pürierte Version für das Baby miteingearbeitet werden!
  • Fleischsuppen
    • Beikostanfänger: das Fleisch nach dem Kochen von den Knochen lösen, davon weiche, größere Stücke vor dem Salzen für das Baby zur Seite legen. Unbedingt darauf achten, dass keine kleinen Knochen drin versteckt sind. Wenn Gemüse Teil der Suppe ist, dann hier wie bei den Gemüsesuppen ev. etwas größer schneiden und dem Baby vor dem Salzen etwas herausnehmen.
    • Beikostfortgeschrittene: Die Suppe normal zubereiten bis auf das Salz und dem Baby die festen Bestandteile der Suppe herausnehmen. Die dünne klare Suppe ist für Babys im 1. Lebensjahr normalerweise nur schwer bis gar nicht zum Mund zu bekommen.
  • Pürees
    • Beikostanfänger: hier wie bei den Gemüsesuppen vor dem Pürieren fest Bestandteile für das Baby entnehmen.
    • Beikostfortgeschrittene: dem Baby etwas (von der Konsistenz her festeres) Püree in einer Schüssel zum Tisch geben. Grad bei Kartoffelpüree kann man bei der Konsistenz sehr gut mit der Milchmenge variieren und so die Festigkeit des Pürees an die Motorik des Kindes anpassen.

Grundsätzlich gebe ich dem Baby recht früh eine kleinen Löffel zum Essen dazu, wenn wir auch einen beim Essen haben. Die Kleinen haben größte Freude daran, unsere Gesten zu 20161121_182016imitieren und die Handhabung des Löffels zu üben. Auch wenn’s nicht beim ersten Mal klappt (und zweiten Mal, dritten Mal…). Wer üben darf, hat’s aber recht schnell heraußen.
Da die Grundidee von BLW schon die ist, dass das Baby mitisst, versuche ich auch immer, seinen Anteil an der Mahlzeit möglichst nah an unserem Essen zu belassen. Er sieht das ja auch. Wenn ich was Püriertes hab und er nicht, versucht er vehement, mir in meinen Teller zu matschen. Wenn ihm ein Bestandteil des Essens fehlt (Reis zum Beispiel, lass ich zugegebener Maßen auch gern mal weg, wenn ich wenig Zeit hab und nachher eben nicht einen großen Rundumputz machen will), sieht er auch das sofort und verlangt danach. Er ist Teil dieser Familie und will gleich behandelt werden. Und das soll auch so sein. Und er soll haben dürfen, was wir haben.

Eure Mariella.

REZEPT: Faschierte Spinatlaibchen – und ein kleiner Wochenrückblick

Letzte Woche gab es wieder viel Neues für den Babybub zu entdecken. Er hat das erste Mal 20161101_182448Erbsen gegessen und seine ganz eigene Technik zum Transport selbiger vom Tisch zum Mund gefunden. Pinzettengriff kann er nämlich noch nicht. Aber mit dem Zeigefinger zur geballten Hand drücken und dann zum Mund heben, das ging super. Es war so schön ihn dabei zu beobachten, wie konzentriert er an seiner Technik gefeilt hat, wie er alles andere von diesem Menü links liegen lassen und nach mehr Erbsen verlangt hat, um weiter zu perfektionieren, was noch nicht so recht klappen wollte.

Was wir diese Woche auch noch hatten, war ein Ausflug zum Chinesen ums Eck. Da gehen wir nur sehr selten hin, aber die Kinder lieben ihn, weil er die besten Pommes weit und breit hat. Ja, Pommes. Beim Chinesen. Na jedenfalls waren wir chinesisch essen und da ist es gar nicht so leicht, was babytaugliches zu finden. Schließlich ist mir aber eingefallen, dass wir vor einigen Jahren schon einmal vor diesem20161110_135358 Problem standen und wir uns damals für Maki entschieden haben. Deshalb haben wir Gurken-Maki bestellt und das hat sich erneut als ideal erwiesen. Konnte der Babybub super greifen und zum Mund führen und wenn er nicht so übermüdet gewesen wär, hätte er es wohl noch mehr genossen. Leider waren alle drei kränkelnd und müd und das gesamte Essen war ziemlich unentspannt…und mehrmals hab ich mich gefragt: warum eigentlich haben wir’s nicht nach Hause bestellt?

Den Rest der Woche wurde frisch gekocht. Es gab Nudeln mit Paprika-Gemüse, Focacce, Spinatspätzle, Paprika-Hühner-Reis, Kartoffelgulasch, Brokkolicremesuppe und Fleischlaibchen mit Spinat und Kartoffelpüree. Letzteres hab ich für den Blog mitgeschrieben und fotografiert. 😊

 

Faschierte Spinatlaibchen und Kartoffelpüree

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  • 400g Faschiertes (Hackfleisch für die Nichtösterreicher)
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 200g Blattspinat
  • 1 Ei
  • 5-6 EL Vollkornbrösel

 

  • 1,5kg Kartoffeln
  • ca. 250ml Milch
  • Muskatnuss

20161110_131713Die Zwiebeln schälen und fein hacken, Knoblauchzehen schälen und pressen. Den Blattspinat halb auftauen und ebenfalls fein hacken. Dann mit dem Faschierten, Zwiebeln, Knoblauch, dem Ei und Bröseln vermischen und mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen.

Dann zu Laibchen formen und in einer Pfanne in hitzebeständigem Öl auf beiden Seiten bei mittlerer Hitze rausbraten. Die ersten zwei Laibchen hab ich fürs Baby gemacht, danach die 20161110_162749Fleischmasse gesalzen und noch mal durchgeknetet und dann die restlichen Laibchen gebraten. Ich halte die Laibchen immer bei etwa 80 Grad im Backrohr warm, während ich das Püree koche.

Für das Püree die Kartoffeln schälen, in mittelgroße Stücke schneiden und in einem großen Topf mit reichlich Wasser aufkochen. Ca. 15 Minuten köcheln lassen. Danach werden die Kartoffeln püriert. Ich mache das seit ein paar Jahren gern mit der Flotten Lotte. Früher hab ich eine ganz altmodische Kartoffelwippe benutzt, die bekommt man fast nur noch auf Jahrmärkten.

Daneben die Milch erwärmen und nach und nach mit den gepressten Kartoffeln verrühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Muskatnuss würzen, etwas fürs Baby rausgeben und den Rest für die anderen salzen.

 

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Viel Spaß beim Nachkochen!

Eure Mariella.

 

Hochstuhl-Freiheiten

Vorgestern war es so weit. 2,5 Wochen nachdem er sich das erste mal aufgesetzt hat, sitzt der Babybub sicher genug, stabil genug, um seine Mahlzeiten ab sofort im Hochstuhl sitzend einzunehmen. So sehr wir den Wechsel vom Schoß in den Hochstuhl auch bei jedem Kind noch herbei gesehnt haben, sind wir doch auch jedes mal wieder recht sentimental. Ein weiterer Schritt im unaufhaltsamen Abnabelungsprozess ist getan. Unwiderruflich ist damit eine Babyphase zu Ende gegangen, an die uns schon bald nur mehr Fotos erinnern werden.

Natürlich ist es gut, dass es so ist. Natürlich sollen unsere Kinder selbstständig werden und sich abnabeln und natürlich gehen mit dem Umzug in den Hochstuhl auch jede Menge 018aawiedergewonnener Freiheiten für uns einher. Wieder essen mit beiden Händen! Sich nicht mehr nach dem Essen umziehen müssen! Nicht mehr alles am Tisch parat haben müssen, weil man kann ja jetzt wieder problemlos während den Mahlzeiten aufstehen, ohne den Babybub in seinem Tun zu unterbrechen.
Am Schönsten finde ich ja, dass er mit diesem Entwicklungsschritt mehr in die Mitte der Familie gerückt ist. Tatsächlich ein Stück weg von uns Eltern, aber näher hin zu seinen Brüdern. Jetzt sitzen nicht mehr die zwei Großen und wir mit dem Baby am Tisch, sondern jetzt sind es wir Eltern mit unseren drei Kindern. Ein ganz kleiner Unterschied, vielleicht unsichtbar für Außenstehende, aber intensiv spürbar für uns.

Spätestens also wenn das Baby so sicher und stabil sitzt, dass es in den Hochstuhl übersiedeln kann, stellt sich die Frage: welchen Hochstuhl nehmen wir? Auch wir sind vor 5 Jahren vor dieser Entscheidung gestanden. Aus dem bereits elternseienden Freundeskreis kam einsilbig der gleiche Tipp: Tripp Trapp. Wir waren dennoch zuerst skeptisch, weil: mein Gott, muss es schon wieder der teuerste Hochstuhl sein? (wir hatten zu dem Zeitpunkt ja schon einen 800€ Kinderwagen nutzlos rumstehen…) (und ja, ich weiß, es gibt noch teurere Designerteile)
Überzeugt hat uns dann aber der Besuch bei Freunden, deren Tochter zwei Jahre älter als unser erster Sohn ist. Denn auch dort stand ein Tripp Trapp am Tisch und als ich nachfragen wollte, wo sie ihn denn gekauft hätten, erfuhren wir, dass dies der 27 Jahre alte Tripp Trapp des Vaters war.

So haben auch wir uns für den Tripp Trapp entschieden. Ich mag, dass ich ihn ganz nah zum Tisch hinschieben kann. Ich mag, dass er beim Herumturnen nicht kippt. Ich mag, dass er quasi unkaputtbar ist.

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der große Sohn als Baby im Hochstuhl

Ich mag das schlichte Design. Ich mag, dass er problemlos mitwächst und dem 8 Monate alten Baby so toll passt wie dem 6-jährigen (braucht ein 6-jähriger noch einen Hochstuhl? Jein. Aber wenn er schon da ist, wird er auch gern verwendet). Ich mag, dass er über Generationen hält und an meine Enkelkinder weitervererbt werden kann. Und ich mag manchmal auch selbst drauf sitzen. Und das hält er aus. Was ich eigentlich nicht mag, ist hier Werbung machen. Aber unter den Hochstühlen ist meines Erachtens der Tripp Trapp tatsächlich konkurrenzlos. Wir haben natürlich in den letzten Jahren auch andere Hochstühle ausprobiert, aber oft war das Problem, dass man sie nicht nah genug zum Tisch schieben konnte, dass sie gekippt sind, dass sie wackelig waren. Und deshalb hab ich gestern unseren dritten Tripp Trapp vom Dachboden geholt (ich kaufe ja aus ökologischen wie ökonomischen Gründen fast alles gebraucht, deshalb stand der dritte Tripp Trapp schon fast ein Jahr bereit und wartete auf seinen Einsatz), das Babyset montiert, die Füße zwecks Bodenschonung befilzpatscherlt und dann den idealen Platz am Tisch gesucht. Das war gar nicht so einfach, weil die beiden Großen beide neben mir sitzen wollen, wir aber gerne den Babybub zwischen uns Erwachsenen hätten, weil wir so beide helfend eingreifen können und nicht nur immer einer zum Zug kommt. Runtergefallenes Essen wieder aufheben wär so eine Aufgabe. Den Wasserbecher reichen. Runtergefallenes Essen wieder aufheben. 😉 So halt. Letztlich haben wir uns dafür entschieden, dass der Babybub den Vorsitz übernimmt, er sitzt jetzt am Kopf der Tafel, an der einen Längsseite dann ich und der große Sohn, auf der anderen mein Mann und der mittlere Sohn. Wie lang das gut geht, bis auch der Mittlere wieder neben mir sitzen will, werden wir sehen. Vielleicht bis morgen. Oder sogar Montag.

Gestern gab es dann das erste Frühstück im Hochstuhl für den Babybub. Schon sehr viel wiedergewonnene Freiheit für mich. Grad in der Früh (alle Mütter von mehreren Kindern

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der mittlere Sohn als Baby im Tripp Trapp

werden mir zustimmen) ist’s immer stressig und es gibt viel zu tun, bevor wir aus dem Haus gehen….meist mach ich in der Früh die Wäsche, such die Kindergartenrucksäcke, wasch die Jausenboxen, mach das Frühstück, mach die Jausen, helf den Kindern beim Anziehen, assistiere beim Zähneputzen und Waschen, räum den Geschirrspüler aus, wenn es sich ausgeht, les ich auch noch was vor oder wir spielen was (wenn um 5 Tagwache ist, dann ist für sowas Zeit übrig)…. Na jedenfalls ist es hilfreich, wenn in der Zeit auch das Baby mit den anderen am Tisch sitzt und frühstückt und mal kurzfristig nicht herumgetragen werden will.

Dem Babybub gefällt seine neu gewonnene Freiheit ebenfalls. Sofort bei der ersten Gelegenheit hat er entdeckt, dass man da wunderbar alles Greifbare auf den Boden werfen kann. 025aUnd dann liegt’s unten. Einfach so. Und war doch grad noch am Tisch…und in der Hand…und liegt jetzt unten, und…nein, liegt immer noch unten…. Hach, ich liebe diese Phase. Nein, im Ernst! Ich liebe es, die Kinder in dieser Phase zu beobachten. Ja, für uns ist das vielleicht einfach nur Runterschmeißen, aber für das Baby ist auch das ein so gewaltiger Lernprozess. Es ist ein Lernen von physikalischen Gegebenheiten, davon, wo etwas hingeht wenn es vom Tisch fällt, wie sich das anhört, anfühlt, wie es aussieht, wenn’s unten liegt, ob’s wohl wieder raufkommt? Kinder lernen immer, egal was sie tun. Auch wenn es für uns vielleicht auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist. Aber wenn man dann einen Schritt zurück macht und sein Kind beobachtet, ist es meist glasklar, dass jedes „Spiel“ in Wahrheit ein Lernprozess ist.
Im Hochstuhl ergeben sich nun also jede Menge neue Möglichkeiten, zu lernen und zu erfahren. Definitiv wird die Sauerei mit dem freien Sitzen größer. Der Radius erweitert sich, wenn das Kind nicht mehr am Schoß sitzt. Sowohl am Tisch, als auch rund um den Stuhl herum wird das kreative Chaos ausgeweitet. Nach dem Essen muss sich jetzt einer erbarmen und das eingesaute Kind waschen gehen. Der andere putzt Tisch, Tripp Trapp und Boden. Arbeitsteilung ist das halbe Leben mit Kindern. Bei den Mahlzeiten, wo mein Mann nicht hier ist, hab ich natürlich allein das volle Vergnügen. Dann zuerst Baby waschen und schauen, dass in der Zeit niemand in den Essensrestegatsch am Boden steigt oder krabbelt oder fällt oder kriecht. Danach dann Tisch, Tripp Trapp, Boden säubern.

Ich freue mich sehr über diese neuen Entwicklungen, darüber, dass ich dem Babybub jetzt beim Essen und Erfahren zuschauen kann, dass er mit uns am Tisch sitzt, mit seinen Brüdern, dass wir jetzt drei Tripp Trapps hier stehen haben….das ist so ein schönes Familiengefühl.

 

Eure Mariella.

 

von Semmeln, Fruchtquetschis und raunzigen Babys

Oh what a day.

Ich hatte heute früh die glorreiche Idee, mit den Kindern zum IKEA zu fahren. Lampen kaufen. Den Babybub haben wir grad recht erwischt, dass er beim Aufbruch so müde war, dass ihm bei der ersten Ampel die Äuglein zugefallen sind und die Fahrt nach Vösendorf entspannt verlaufen ist.

Nach den typischen Startschwierigkeiten dann vor Ort (kaum sind die ersten zwei Artikel im Einkaufswagen, fällt allen ein, dass sie aufs Klo müssen…ist ja aber nicht so, dass man vorher nicht gefragt hätte…) lief es dann erstaunlich gut. Den Babybub hatte ich in Sling und anschließend Tragehilfe dabei, Mittelkind im Einkaufswagen, den Dritten zu Fuß und immer schön allen das Ziel vor Augen halten: „Jetzt gehen wir noch in die Fundgrube, dann zur Kasse und DANN gibt’s Würstel!“ Lampen gefunden, den üblichen unnötigen Kleinkram auch mitgehen lassen (fatal beim IKEA, kennt jeder), fast eine neue Couch gekauft, sich dann aber vom Kaufrausch losgerissen und schnurstracks zur Kassa gegangen und dann, ja dann, endlich Würstel und Pommes. IKEA ohne Würstel und Pommes geht bei uns nicht. Ich hab gehört, für andere ist es der Prinzessinnenkuchen. Wir mögen’s beim schwedischen Möbelriesen aber lieber pikant. Drei Mal Würstel, drei Mal Pommes, drei Mal Becher zum Nachfüllen. Der Babybub hat von der Auswahl leider nur ein Stück Semmel essen dürfen, hat ihn aber dennoch zufrieden gestellt. Dem ging es da hauptsächlich darum, auch dabei zu sein, mitmachen zu können bei der gemeinsamen Mahlzeit am ungewöhnlichen Ort.
Total aufgestachelt von unermesslichen Glücksgefühlen, dass ich IKEA mit drei Kindern locker, cool, entspannt und quasi mit links geschafft hab – ohne Schäden, ohne Geschrei und Gekreische, ohne Nervenzusammenbruch – haben wir dann auch noch die SCS gestürmt und Fruchtquetschis für die Kinder besorgt. Die kauf ich ja eigentlich gar nicht so gern, weil sie einerseits bei diversen Tests ja meist grottenschlecht abschneiden und ich es andererseits auch so absurd finde, die Kinder konserviertes, püriertes Obst aus dem Plastikbeutel TRINKEN zu lassen, ABER ich lass mich dann doch immer wieder breitschlagen und sie bekommen’s bei sämtlichen Einkaufsausflügen, die Drogeriemärkte miteinschließen, weil ich mir da wieder denk: immer noch besser als irgendeine andere Nascherei. Deshalb gab’s heute Quetschis und weil dann beim Einsteigen ins Auto der Babybub total unruhig war (er ist ja generell ein sehr unzufriedener Autofahrer), durfte er den Rest vom Heidelbeer-Quetschi des Mittelkindes benuckeln. Ja, war der begeistert! Nur leider hat jetzt der hellgraue Wollwalkanzug lila Flecken. Heulen könnte man.

Zuhause musste ich dann aber feststellen, dass der Ausflug irgendwie doch zu viel für alle war. In ein Einkaufscenter zu fahren ist für Babys Reizüberflutung pur. 20161027_162650Und obwohl er von mir natürlich die ganze Zeit getragen wurde, war er den Rest des Tages nur mehr am Raunzen. Nichts ging mehr. Spielen mit den Großen – Fehlanzeige. Der Babybub war nur zufrieden, wenn ich ihn im Tragetuch oder in der Tragehilfe hin und her gewippt habe. Nichts konnte ich mehr machen – sehr unzufriedenstellend mit 5 neuen Lampenschirmen, die man gern montiert hätte und zwei größeren Raunzkindern, die von mir beschäftigt werden wollten. Nach dem etwa 10. Versuch, ob er sich nicht doch kurz ablegen ließ und sich ein wenig selbst beschäftigen könnte, hab ich mich meinem Schicksal gefügt, den Babybub herumgetragen und die Spielwünsche der größeren Kinder auf später vertröstet. Dabei ist er dann sogar nochmal eingeschlafen.

Am Abend hat der Babybub dann sein erstes Thai Curry gegessen! Das koche ich zwar regelmäßig, aber nicht besonders häufig. Dabei ist es gesund und reichhaltig und einfach zu machen. Das Rezept schreibe ich euch dann morgen zusammen.

Jetzt muss ich dem Mann den raunzigen Babybub wieder abnehmen, da geht heut nix mehr. Und den Großen die Geschichte vorlesen, auf die sie schon den ganzen Nachmittag gewartet haben.

Eure Mariella.

REZEPT: Hotzenplotzs Sauerkraut mit (Salz)kartoffeln und Bratwürsten

Immer wieder mal wünschen sich die Kinder etwas zum Essen, das sie in einem Buch gesehen oder gelesen haben. Da wird dann, sofern Bilder vorhanden sind, auch akribisch verglichen, ob denn das Gekochte tatsächlich der Idee aus dem Buch entspricht. Meistens sind sie ziemlich zufrieden. Wir bemühen uns aber auch sehr.

Unser heutiges Abendessen entsprang dem zweiten Band des Räuber Hotzenplotz. 20161023_194617Die Großmutter kocht für Kasperl und den Seppel jeden Donnerstag zu Mittag deren Leibspeise: Bratwürste mit Sauerkraut. Dann kommt aber der Räuber Hotzenplotz und futtert ihnen alles weg. Weil er nämlich auch auf Bratwürste und Sauerkraut steht. Und genau deshalb wollte der große Sohn jetzt auch Bratwürste und Sauerkraut gekocht bekommen. Ich hab mir erlaubt, das Menü noch um (Salz-) Kartoffeln zu erweitern, weil wir eigentlich alle nicht so große Freunde der deftigen Küche sind und ich das Gefühl hatte, ich könnte mich eher mit Sauerkraut und Kartoffeln anfreunden als mit Sauerkraut und Bratwürsteln. Dass die im Buch erwähnten Bratwürste den bei uns erhältlichen Bratwürsteln entsprechen, hab ich übrigens frei interpretiert. Beim Einkauf hab ich zwei verschiedene Sorten Bio-Bratwürstel gefunden und ich hab mich für die kleineren entschieden, weil sie weniger unappetitlich aussahen. Rohe Bratwürstel sind ja jetzt nicht unbedingt eine Schönheit. Der große Sohn jedenfalls war zufrieden mit meiner Auswahl an Würsten und fand keinen Grund zur Beanstandung.

Sauerkraut kann ich erst seit ein paar Jahren so zubereiten, dass es wirklich lecker ist. Ich hab da lang probiert, versucht und getestet und letztlich mein Rezept aus ganz viel Trial and Error entwickelt. Sauerkraut geht übrigens auch super zusammen mit Semmelknödel, das machen wir auch deutlich öfter als mit Würsteln und ist meine vegetarische Interpretation der österreichischen Hausmannskost. 😉 Sauerkraut ist, wie vielleicht gar nicht so bekannt ist, alles andere als ungesund, auch wenn es bei uns meist mit einer deftigen Kost in Verbindung gebracht wird. Es ist reich an Vitaminen, allen voran Vitamin C, enthält außerdem jede Menge Ballaststoffe und sogar eine probiotische Wirkung wird ihm nachgesagt.

Das Fazit des ganzen Experiments war übrigens, dass der große Sohn die Würstel gegessen hat und alles andere nicht, weil er sich „das irgendwie anders vorgestellt“ hat. Der mittlere Sohn hat bis auf die Kartoffeln alles verweigert und der Babybub hat Sauerkraut reingeschaufelt.

Sauerkraut mit (Salz)kartoffeln und Bratwürsten

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  • 1kg Sauerkraut
  • 2-3 Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Apfel (idealer Weise säuerlich)
  • 3EL Butter oder Butterschmalz
  • 2EL Rohrzucker
  • 150ml Apfelsaft (da bevorzuge ich den naturtrüben)
  • 600-700ml Wasser
  • (1EL Suppenwürze ohne Salz)
  • 5 Nelken
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2EL gehackter Petersil (geht auch getrockneter)
  • 1,5kg Kartoffeln
  • Bratwürstel

Das Sauerkraut in einem feinen Sieb gut waschen, in eine große Schüssel geben, mit kaltem Wasser begießen und so mehrere Stunden oder über Nacht wässern.

Die Zwiebeln schälen, halbieren und in Ringe schneiden. Die Knoblauchzehe und den Apfel ebenfalls schälen und in Scheiben schneiden.
Butter oder Butterschmalz in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel, Knoblauch und Apfel darin glasig dünsten. Rohrzucker dazugeben, karamellisieren lassen, mit Apfelsaft ablöschen. Das Sauerkraut gut ausdrücken, dazu geben und gut unterrühren. Nelken, Lorbeerblatt und Petersil dazu, falls vorhanden Suppenwürze ohne Salz hinein, mit Wasser aufgießen, aufkochen lassen. Danach die Hitze reduzieren und bei geschlossenem Deckel 90 Minuten köcheln lassen, immer wieder mal umrühren.
Ich geb danach etwas fürs Baby raus, würze für uns das ganze Kraut mit Salz nach, gieße noch etwas Wasser an und lass es noch 10-15 Minuten ziehen.

Die Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden, in einen Topf geben, mit Wasser aufgießen, aufkochen, Hitze reduzieren und zugedeckt ca. 15 Minuten köcheln lassen. Gesalzen werden die Kartoffeln dann direkt bei Tisch, das Baby bekommt die ungesalzen.

Die Bratwürstel waschen, trocken tupfen, 2-3 Mal quer einschneiden und in einer Pfanne in wenig Fett rundherum braten.
Ich würde im 1. Lebensjahr aufgrund des hohen Salzgehalts darauf verzichten, dem Baby die Bratwürstel anzubieten. Alles andere hingegen ist fürs Baby bestens geeignet.

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Viel Spaß beim Nachkochen!

Eure Mariella.